00:00:05:
00:00:11: Hallo und herzlich willkommen zur Episode onehundertundzwanzig von Atelier Talk, dem Podcast mit Gesprächen über Kunst.
00:00:18: Und vor allem über den Weg dahin zu dieser Kunst!
00:00:21: Mit Blicken direkt in die Ateliers zum Anregen, zum Mut machen und ja vielleicht auch manchmal zum Neugierde befriedigen.
00:00:30: Ein Podcast mit interessanten Menschen und den verschiedensten Themen rund um das Kunst machen, das Kunst zeigen und natürlich auch das Kunst verkaufen.
00:00:37: Und mit mir!
00:00:38: Mein Name ist Stefanie Hüllmann ich bin Künstlerin und mit diesem Podcast nehme ich dich mit zu meinen Gesprächen und gleichzeitig auf meinem eigenen Weg in der Kunstwelt.
00:00:53: Ja bevor wir in die heutige Episode einsteigen möchte ich erst nochmal was loswerden.
00:00:58: zu der letzten Falls du sie noch nicht gehört haben solltest, im April wurde der Atelier Talk Podcast fünf Jahre alt.
00:01:06: Und die letzte Episode, Episode hundertundzwanzig ist eine Jubiläums-Episode.
00:01:12: Eine, die einerseits ein wenig zurückblickt und hier und da auch einiges erzählt was ich bisher noch nie erzählt habe.
00:01:19: Andererseits hab' ich auch viele Parallelen zum Kunstmachen gezogen.
00:01:24: also zwischen Podcast machen und Kunst machen gibt es doch so manche erstaun... und nicht zuletzt gab es in der Episode auch ein Gewinnspiel.
00:01:34: Dieses Gewinntspiel läuft immer noch, du kannst noch bis Ende Mai teilnehmen!
00:01:39: Am dreißigsten Mai um Mitternacht wird der Los-Topf geschlossen.
00:01:45: Eigentlich brauche ich gar keinen Lusthopf, denn jede richtige Antwort gewinnt.
00:01:50: Jeder und jeder die die richtige Antwort einreicht hat ein Gespräch mit mir gewonnen!
00:01:55: Also hier ein Interview im Atelier Talk Podcast.
00:01:58: Es ist eine Schätzfrage beziehungsweise eine Rate Frage.
00:02:02: es geht darum welches deiner Meinung nach die meist gehörte Episode beim Atelier talk podcast sein könnte.
00:02:09: Wenn du den Podcast schon länger hörst, dann weißt du dass der berühmte Galerist Johann König hier war und wahrscheinlich denkst du gleich oh das war wahrscheinlich die meist gehörte.
00:02:18: aber einen Tipp hatte ich in der letzten Episode gegeben.
00:02:21: Und den gebe ich dir jetzt auch Es ist nicht die Episode mit Johann Königs Ja!
00:02:25: Das war lange Zeit die meist gehörte Aber inzwischen nicht mehr.
00:02:30: es gibt tatsächlich eine Die ist nochmal fast doppelt so oft gehört worden.
00:02:35: Welche könnte das wohl sein?
00:02:38: Gib deinen Tipp Und ich gebe euch noch einen weiteren Tipp.
00:02:42: Ihr dürft alle nochmal teilnehmen, denn bisher ist tatsächlich nicht ein einziges Mal die richtige Antwort bei mir eingetroffen!
00:02:51: Mich erstaunt das total, denn eine Episode, die so häufig gehört wurde – wie gesagt doppelt so häufig wie die mit Abstand meist gehörte bis dahin Johann König also eine, die doppelt zu häufig gehört wurden muss doch eigentlich erraten werden.
00:03:06: Aber mal sehen, wir warten mal ab.
00:03:08: In der jetzt nachfolgenden Episode im Juni gibt es die Auflösung und wenn du dann die richtige Antwort hörst und die mir geschickt hattest, dann weißt du schon automatisch dass du eingeladen bist zu einem Interview hier im Atelier Talk Podcast.
00:03:22: So viel für jetzt zum Gewinnspiel aber nachher am Ende habe ich doch noch eine wichtige Kleinigkeit zu sagen.
00:03:28: Jetzt aber noch eine Hausmitteilung.
00:03:31: im Kunstverein Hitzacke, habe ich in Kürze meine nächste Einzelausstellung.
00:03:35: In der dortigen Kunsthalle Octogon ein ungewöhnlicher konzentrierter Ausstellungsraum im wunderschönen Wendland kann man den Arbeiten sehr nahe kommen und am Sonntag dem sechsten Juni ist dort die Venissage um fünfzehn Uhr.
00:03:50: Wie immer lade ich dazu ganz herzlich ein und würde mich riesig freuen, auch mal Hörerinnen und Hörern des Atelier Talk Podcasts in echt zu sehen und zu sprechen.
00:03:59: Und ja vielleicht auch einmal gemeinsam einen Kaffee zu genießen auf der Vernissage!
00:04:04: Also sechster, sechste, fünfzehn Uhr.
00:04:07: die Ausstellung trägt den Titel vom Wert der Spuren und sie läuft bis zum achtundzwanzigsten Sechsten so.
00:04:14: das war jetzt genug davor reden.
00:04:15: Jetzt geht's zur heutigen Gesprächspartnerin und zum heutigen Thema Handwerk oder Kunst?
00:04:20: Darum geht's heute.
00:04:21: Das klingt vielleicht erst einmal nach einer ziemlich klaren Frage, ist es aber nicht!
00:04:27: Denn bei mir zu Gast war die Hamburger Handweberin Maike Weirich.
00:04:32: Sie war die perfekte Gesprächspartnerin denn sie hat einen beruflichen Weg hinter sich der wirklich einzigartig ist.
00:04:40: ich verrate hier noch nichts Aber so viel, die allerwenigsten von uns werden auf eine lange Karriere jemals zurückblicken können.
00:04:48: Und ich hatte sie eingeladen weil sie perfekt an der Schwelle zwischen Kunst und Handwerk changiert.
00:04:55: Sobald wir in dieses Thema eintauchen beginnt sich genau diese Ordnung aufzulösen.
00:05:00: Da geht es um Arbeitstechnik, um Materialien, um tausend kleine Handgriffe aber auch um so viel anderes.
00:05:07: Um Zeitgefühl, um Aufmerksamkeit, um Entscheidungen Beim Tun entstehen, um Eintauchen experimentieren.
00:05:16: Um Konzentration und Loslassen.
00:05:18: Und je länger wir reden desto mehr finde ich verschieben sich die Themen.
00:05:24: was nach Technik klingt wird plötzlich Haltung.
00:05:27: was nach Arbeit aussieht wird keine Ahnung Erfahrung Lebenserfahrung und irgendwie landen wir bei sehr philosophischen Fragen und kommen zu einem Kern, der die Kraft hat, die Gesellschaft zu verändern.
00:05:42: Kurz gesagt wir fangen beim Weben an und landen ziemlich schnell bei der Frage wie wir eigentlich leben.
00:05:49: Und während du hörst, möchte ich dich bitten immer mal wieder die Parallele zu ziehen.
00:05:54: Zu deiner eigenen Art zu arbeiten.
00:05:56: Maike spricht zwar über das Weben aber so viel kann man übertragen auf andere Arten Kunst zu machen bzw eine Tätigkeit intensiv auszuführen und auf das Leben.
00:06:12: Ich habe dieses Gespräch mit Maike sehr genossen kennengelernt, habe sie in einem Webkurs, indem ich selbst ziemlich stark experimentiert habe.
00:06:19: Mit einer japanischen Webtechnik Saori heißt die.
00:06:23: das Ergebnis zeige ich übrigens auch auf der Atelier Talk Podcast Website und In diesem Kurs war ich vor allem aber fasziniert von Maike Die eine unfassbare Ausgeglichenheit hat einen feinen Gefühl und eine Engelsgeduld ausstrahlte Auch wenn ihre Arbeitstage sehr viel länger wurden als eigentlich geplant und auch, wenn ihr eine und dieselbe Frage zwei Dutzen mal hintereinander gestellt wurde.
00:06:49: Und dadurch kam mir tiefer ins Gespräch und diese Episode ist irgendwie vielleicht eine Art Fortführung!
00:06:58: dahin mitnehmen kann und ich hoffe, dass es dir genauso gut gefällt wie mir.
00:07:02: Eingestiegen in dieses Gespräch bin ich mit einer Frage die ich in diesem Podcast eigentlich sehr selten stelle ist mir aufgefallen und die auch noch niemals gleich am Anfang gestellt habe.
00:07:14: aber das hat einen ganz bestimmten Grund denn das hat auch mit diesem einzigartigen Lebensweg von Maike Weirich zu tun mit dem ich gerne beginnen wollte.
00:07:22: eingestiegen bin ich nämlich.
00:07:28: Ich bin fünftig.
00:07:30: Und du hattest mir erzählt, dass du schon sehr früh wusstest was du beruflich machen möchtest?
00:07:38: Kannst du das bitte mal ein bisschen erzählen wie alt du warst und wie das kamen?
00:07:43: Ja das ging wirklich ganz ganz früh los und zwar ist sozusagen meine Oma daran schuld.
00:07:51: erfreulicherweise die hatten damals zu DDR-Zeiten ich komme aus der ehemaligen DDR ein Kunstgewerbegeschäft und sie gingen immer in einer Weberei einkaufen.
00:08:01: Und da bin ich zum ersten Mal mit der Handweberei in Berührung gekommen, habe die Webereien gesehen und hab gedacht das ist ja irre was die machen.
00:08:10: Mir tat so die Atmosphäre und überhaupt diese ganze Herstellungsweise, das Klapp in der Webstühle, Gerüche
00:08:20: usw.,
00:08:20: hat mich total fasziniert.
00:08:22: Damals stand für mich fest, das möchte ich auch machen Und habe dann auch in einer dieser Werkstätten gelernt, tatsächlich.
00:08:29: Also ich habe drei Jahre gelernt und da musste ich ein Jahr so dort arbeiten um dann den Meister zu machen.
00:08:37: Auch nochmal drei Jahre und dann habe ich studiert BWL speziell fürs Handwerk und dann kam zwischen durch die Wände und dann hab' ich aber alles noch ganz gut geschafft!
00:08:49: fünf Jahre alt, als du diesen Entschluss für dich gefasst hattest.
00:08:53: Das möchte ich auch später mal machen ja?
00:08:56: Genau das war so mein Thema irgendwie.
00:09:00: Hast du es jemals bereut?
00:09:02: gab es jemals eine Phase in der Du gehadert hast?
00:09:07: Eigentlich überhaupt nicht!
00:09:09: Also es kam nachher die Wände und da musste ich wieder mal kurz was anderes machen, weil unsere Wehbereit damals Konkurs ging.
00:09:17: Und die Nachfrage war dann in dem Zeitraum nicht groß.
00:09:21: Ich musste irgendwie Geld verdienen, habe erst einmal etwas anderes gemacht, hatte aber immer ein Webstuhl zu Hause.
00:09:26: Es ist einfach mein Lebensthema scheinbar und ich hab das einfach irgendwann wieder aufgegriffen.
00:09:35: Ich bin jetzt hier in Hamburg seit zwanzig Jahren und habe es eigentlich nie bereut, weil sich das also von damals bis heute immer stetig entwickelt hat.
00:09:47: Es kamen immer wieder so ein bisschen neue Richtungen dazu oder ich habe mir irgendwie wieder was Neues erfunden oder hab gedacht, dass muss ich nochmal ausprobieren und diese Entwicklung ist so schön, dass ich gar nichts anderes machen will.
00:09:59: Also ich würde mich nie glaube ich in einem anderen Beruf so widerfinden wie hier in dem Beruf.
00:10:06: Ich kann mich ausleben, ich kann experimentieren.
00:10:10: Ich komme mit tollen Leuten zusammen.
00:10:13: also es ist einfach ja mein Beruf oder Berufung wie man so schön sagt ist ein komisches Wort aber irgendwie ist das der Beruf der sich auch auf mein Leben auswirkt.
00:10:26: Also es ist übergreifend.
00:10:29: Darüber werden wir bestimmt noch sprechen.
00:10:31: Das ist einer der Gründe, warum ich dich zu diesem Gespräch eingeladen habe weil du mich da schon so ein bisschen nass reinschauen lassen.
00:10:38: Seit wann bist du denn nicht mehr in Anstellung sondern seit wann bist Du selbstständig mit Deiner Wehberei?
00:10:45: Also eigentlich gleich nach der Ausbildung.
00:10:47: Wie gesagt, ich habe dann kurz was anderes gemacht zu Wendezeiten und dann habe ich mich aber relativ schnell selbstständig gemacht und bin das eben schon immer.
00:10:55: Ich war als Handweberin eigentlich nie angestellt nur ganz kurz noch zu DDR-Zeiten genau.
00:11:02: Aber dann immer selbstständiger.
00:11:04: Und du hast eben in so einem Nebensatz gesagt und es hat sich dann immer weiterentwickelt?
00:11:09: Du hast dann immer wieder neues gefunden, es hat dich neues ergeben.
00:11:14: Erklär das doch bitte mal, weil alle die zuhören, die denken sich vielleicht weben ist ja weben.
00:11:19: Was kommt denn da so Neues?
00:11:21: Genau!
00:11:22: Ja also angefangen habe ich natürlich wie gesagt zur DDR-Zeiten.
00:11:25: Da gab es ja nicht viele Materialien oder keine große Auswahl.
00:11:29: Da haben wir in vier mit Wolle und Lein gewebt und dann habe ich immer mehr neue Materialien kennengelernt oder gesehen und ausprobiert und neue Techniken erfunden.
00:11:44: diesem Sinne hat sich das für mich immer weiterentwickelt.
00:11:46: Also die Grundlage war natürlich die Ausbildung, diese Techniken verwende ich ja auch noch.
00:11:52: aber ich verwende eben nicht mehr diese Natur oder was heißt Naturmateriale?
00:11:59: also nicht mehr Wolle und Leinen und was wir damals so hatten sondern mache webe viel mit Leder.
00:12:04: jetzt in den letzten Jahren Federn verwebe ich zerschneit alles was mir sozusagen in die Hände kommt an Stoffen, die verwebe ich.
00:12:12: Also das ist so diese Entwicklung und daraus entstehen dann ja auch immer wieder neue Produkte.
00:12:17: Deshalb geht es einfach immer irgendwie weiter.
00:12:20: Dann kommen Kunden, die besondere Wünsche haben, dann gucke ich in die Richtung und lasse mich da auch sehr inspirieren und übertragte es denn auf meine Ideen oder was ich noch machen könnte?
00:12:31: Es ist immer ein Floh und dadurch entwickelt sich das immer weiter Und das ist so diese Entwicklung.
00:12:43: Kannst du sagen, was es genau ist, was dich immer wieder so anzieht?
00:12:49: Ist es das Material oder die Tätigkeit oder ist es das finale Produkt, das für dich im Vordergrund steht?
00:13:00: Das ist manchmal ganz unterschiedlich.
00:13:02: also meistens habe ich ja nie das finale produkt im Kopf.
00:13:05: Also zumindest ich zeichne ja auch nie irgendwie.
00:13:08: oder machen wir Skizzen, wie es aussehen könnte.
00:13:10: Sondern entwickelt das im Prozess?
00:13:13: Wenn natürlich jemand einen Kissen in Grün bestellt, mache ich das natürlich aber mich reizt einfach so um das Ausprobieren der Materialien.
00:13:24: Das ist so glaube ich mein Fokus irgendwie dass sich da versuche ja einfach irgendwie alles Mögliche rauszuholen aus den Materialien, damit es so in den Vordergrund kommt und wirken kann die Schönheit des Materials sozusagen.
00:13:44: Wir wollen ja heute mal ein bisschen eroieren den Unterschied oder den Übergang zwischen Handwerk und Kunst.
00:13:51: Wann ist etwas noch Handwerk?
00:13:53: Wann wird das schon Kunst?
00:13:55: Wie viel Handwerk braucht die Kunst?
00:13:58: Wie viel Kunst ist im Handwerk?
00:13:59: Und wenn ich dich jetzt davon sprechen höre, dass du neugierig bist aus Material.
00:14:05: Dass du ausprobierst wie es sich verhält und sowas.
00:14:08: Du hast aber gleichzeitig fast fünfzig Jahre Erfahrung.
00:14:12: also wenn man dich als Kind noch mit... Wenn man die Zeit dazu zählt in der du einfach damit rumgespielt hast.
00:14:18: Aber du hast so viele Jahrzehnte
00:14:20: Erfahrungen
00:14:21: diesem Handwerk!
00:14:22: Wie kann es denn dann sein das da noch so viel Raum für?
00:14:27: ja Ich lass... ich schau mal, wie es sich verhält.
00:14:30: Mal sehen was sich ergibt, dass da noch dafür so viel Raum ist.
00:14:35: Verstehst du meine Frage?
00:14:37: In meinem Kopf denke ich mir, du bist ja inzwischen so tief in diesem Bereich eingetaucht, das es mich geradezu überrascht, dass du dich noch überraschen lassen
00:14:48: kannst.".
00:14:49: Ja!
00:14:50: Ja, selbst auch.
00:14:53: Ich bin ja manchmal auch überrascht, wie jetzt hier irgendwie was aussieht.
00:14:57: Was ich neu ausprobiere?
00:14:59: Genau.
00:14:59: also ich habe natürlich viele Jahre Erfahrung und die haben mich dann immer weitergetragen und aus dieser Erfahrung oder aus diesen Erfahrungen entstand immer wieder irgendwas Neues und es gibt einfach so viel Möglichkeiten beim Weben.
00:15:14: das wird eben zu unterschätzt.
00:15:15: man denkt immer irgendwie das Schiffchen geht von links nach rechts und dann ist der Stoff fertig.
00:15:19: aber es gibt da soviel noch dazwischen und so viele Möglichkeiten, verschiedene Materialien zu verweben.
00:15:27: Und wirken zu lassen und daraus eben wieder verschiedene Produkte entstehen zu lassen.
00:15:32: Ich glaube da gibt es gar keinen Ende irgendwie.
00:15:35: also so sehe ich das weil sie ja immer irgendwie bei mir weitergeht.
00:15:43: Was soll ich sagen?
00:15:44: Es ist einfach unerschöpflich dieses Thema Ich schon sagte auch so durch die Kunden, das sind ja immer Projekte, die wir denn zusammen machen.
00:15:53: Die bringen sich wieder mit ein.
00:15:55: Denn entsteht da wieder irgendwie eine neue Idee.
00:15:57: Dann setze ich versuche oder meistens klappt es ja auch, dass eben umzusetzen und... Das ist einfach ein Weg!
00:16:06: Das ist ein ewiger Weg und der ist wunderschön.
00:16:09: und ja und ich bin selbst immer wieder auch überrascht und freue mich dann am Ende des Tages zu sehen.
00:16:17: Aha Das ist jetzt voraus geworden, oder?
00:16:22: Als nächstes könnte ich das und das machen.
00:16:24: Beine Ideen entstehen ja meistens auf Bankweben.
00:16:27: Und das finde ich eben auch so das Besondere.
00:16:31: Deshalb habe ich ja auch ein bisschen recherchiert, weil ich merke, wenn ich mit Menschenwebekindern oder Interessierten, dass immer irgendwie was mit den Leuten passiert – Und ich merke es an mir selbst auch und habe dann jetzt einfach mal so ein bisschen recherchiert und geguckt, was das eigentlich bedeutet.
00:16:51: Weben, warum passieren da solche Sachen?
00:16:55: Ich fand das ganz interessant dass dazu es Studien gibt die das ergründen was das weben sozusagen mit dem menschlichen Körper macht und hab das jetzt auch so ein bißchen niedergeschrieben Mal weil es mich auch selbst interessiert um das alles zu verstehen.
00:17:15: Das ist natürlich etwas, jetzt springe ich wahrscheinlich zum anderen Thema schon über.
00:17:19: Aber es ist eben... Es greift ja alles in einem und vom Kopf also von den Händen, Kopf und Herz das wird eins und daraus entstehen durch dieses Miteinander einfach immer wieder neue Möglichkeiten oder Ideen.
00:17:35: so verstehe ich das Und deshalb entstehen meine Ideen vorwiegend am Webstuhl wenn ich mache, wenn ich webe und dabei bin und sehe was passieren kann oder was ich noch machen könnte.
00:17:49: Das ist irgendwie dieser Prozess da drin.
00:17:53: Und das ist mega spannend!
00:17:57: Du hattest ja gefragt wegen des Unterschiedes zwischen Handwerk und Kunst?
00:18:01: Oder wie viel Handwerk braucht Kunst?
00:18:05: Da gibt es auch ein Sprichwort von Kafka Die Kunst braucht mehr Handwerk als Handwerk die Kunst.
00:18:14: So habe ich gedacht, aha ja so ist es eigentlich also zumindest bei mir.
00:18:19: also weil ich ja eigentlich Handwerkerin bin gelernte und das sich dann weiter entwickelt irgendwie so ein bisschen Richtung Kunst.
00:18:27: Also bei mir ist es die Plattform natürlich das Handwerk.
00:18:31: Darauf habe ich gewartet jetzt diese Frage stellen zu können Als was verstehst du dich?
00:18:36: bist Du Inzwischen beides?
00:18:38: Oder bist du hauptsächlich Künstlerin, bist du Handwerkerin.
00:18:42: Wie siehst Du Dich?
00:18:44: Also das weiß ich eben auch gar nicht.
00:18:45: also Ich kann da gar keine Antwort zu drauf geben!
00:18:49: Ich bin glaube ich beides!
00:18:50: Also ich habe schon die Handwerkerin ordentlich in mir drin.
00:18:54: Das ist einfach die Prägung der jahrelangen Ausbildung scheinbar.
00:18:58: Und diese Freiheit daraus etwas machen zu können Die hab' ich mir genommen und nehme mich mehr ja, befreie vielleicht so irgendwie das Handwerk.
00:19:09: Ich finde daher auch nicht so die richtigen Worte vielleicht aber... Ja also bei mir denke ich kann ich das nicht genau sagen was ich mehr bin?
00:19:19: Ich bin glaube ich beides!
00:19:21: Ich bin die Handwerkerin, die wirklich nach Feierabend den Arbeitsplatz aufräumt und alles sauber machten, alles ordentlich hinlegt.
00:19:29: Bin dann aber auch am Tag die Künstlerin wo hier alles irgendwie durcheinander fliegt was aus den Materialien
00:19:37: mache,
00:19:39: beides denke ich.
00:19:40: Das heißt du hast auch nicht nur oder vornehmlich Aufträge sondern du experimentierst auch frei für dich und probierst aus ja?
00:19:51: Ja also es ist... unterschiedlich.
00:19:55: Ich muss natürlich lebe von den Aufträgen und von den Anfertigungen, aber mache natürlich auch viele Freisachen um eben den Kunden zeigen zu können was noch möglich ist.
00:20:03: ich kann das ja schlecht beschreiben man muss das immer sehen anfassen usw.
00:20:07: Und daraus entwickeln sich dann die weiteren Aufträge Und ich nehme mir manchmal einfach den Raum, auch wenn ich was fertig bekommen müsste.
00:20:18: Dass das bei Seite lege und einfach erst mal das mache, wozu ich gerade Lust habe.
00:20:21: Das mache ich auch.
00:20:22: Also je nachdem wie ich mich ja so drauf bin.
00:20:26: es ist dann manchmal einfach auch, wenn ich morgens irgendwie dann herkomme und manchmal weiß ich einfach gar nicht, was ich mache und dann komme ich hierher Ob ich jetzt einfach bei diesem Auftrag weitermache oder ob ich da keine Lust habe und irgendwie meine Sachen mache, das kommt dann einfach irgendwie.
00:20:49: Und ich muss ja auch zwischendurch für mich ausprobieren und meine Sachen machen, weil ich mich präsentiere und dann einfach mal Lust hab, da was nach meinem Kopf zu machen auf jeden Fall.
00:21:04: Und man muss auch dazu sagen, deine Sachen hängen ja auch inzwischen in einer Kunstgalerie und werden dort gezeigt.
00:21:11: In Ausstellungen usw.. Das ist natürlich auch die Frage ob diese Grenze zwischen Kunst-und Handwerk... Ich glaube die macht man an unendlich vielen Punkten fest.
00:21:23: aber eben auch der Rahmen macht es ja auch!
00:21:25: Und das ist zum Beispiel auch der White Cube, der macht auch was mit den Gegenständen die dann da plötzlich stehen.
00:21:33: Ja, auf jeden Fall.
00:21:34: Also man muss sich natürlich präsentieren in dem Rahmen oder in dem Raum.
00:21:40: also ich habe eben so unterschiedliche Präsentationsmöglichkeiten entweder über die Galerie oder im Kunstmuseum in Ahrenzob zum Beispiel.
00:21:51: dann bin ich aber auch wieder handwerklich mehr unterwegs.
00:21:54: Ich finde dieses Thema natürlich auch aus einem Grund total spannend eben weil meine Kunst sehr viel mit dem Thema Nähen zu tun hat.
00:22:05: Und da gibt es eben auch manchmal Reaktionen, zum Beispiel jetzt auf der Kunstmesse im Februar in Karlsruhe, dass jemand gesagt hat das ist doch keine Kunst!
00:22:15: Das ist doch nur genäht.
00:22:17: ich nähe ja zum Teil Tausende von kleinen Teilen fest
00:22:22: und
00:22:25: du webst stundenlang des Schiffchen hin und her trotzdem wird es nicht langweilig.
00:22:33: Wie kommt das?
00:22:34: Kannst du das beschreiben?
00:22:37: Ja, weil einfach mit jedem Schuss sozusagen wieder was Neues entsteht.
00:22:41: also ich habe noch nie lange weile hier beim Weben gehabt, noch nie!
00:22:46: Also ist einfach dieser Prozess den ich so schön finde dass Millimeter für Millimeter in meinem Fall eben der Stoff entsteht und ich dabei nachdenken kann und neu kreieren kann im Kopf völlig eben auch zu mir komme.
00:23:02: Wie gesagt, es ist ja irgendwie auch was Meditatives ob man das will oder nicht?
00:23:06: Das ist einfach so... Man wird ganz ruhig und in dieser Ruhe oder aus dieser Ruher und aus dieser Stille schöpfe ich wieder Und deshalb wird sowas bei mir nie.
00:23:18: also Langeweile kenne ich mich.
00:23:21: Ja, dass ist bei mir tatsächlich auch so und ich frag mich manchmal warum das so ist.
00:23:26: Ich muss dann von einem Werk zum anderen wandern Da habe ich dann unterschiedliche Materialien, aber ich kann es teilweise dann wirklich stundenlang tun.
00:23:35: Und ja vielleicht ist das die Antwort weil es entsteht mit jedem Stich immer wieder was Neues?
00:23:42: Was würdest du denn sagen?
00:23:43: Ist dieser Prozess, ist das eher eine Form der tiefen Konzentration oder hat es auch mit loslassen zu tun?
00:23:53: Also ich glaube sowohl als auch.
00:23:55: Es ist schon tiefe Konzentraktion.
00:23:57: man muss ja wissen oder ich muss ja wissen, was ich hier mache.
00:24:00: Wenn ich Stoffe webe, muss ich wissen welchen Tritt ich trete um das bestimmte Muster zu erzeugen?
00:24:05: Oder welches Material ich nehme.
00:24:07: also ich muss mich schon sehr konzentrieren und bin dann auch völlig bei mir in mir und lasst daraus etwas entstehen.
00:24:16: und auf der anderen Seite kann man eben loslassen von etwas was ein vielleicht gerade beschäftigt oder von dem man eigentlich auch loskommen möchte weil man in so eine andere Welt getragen wird.
00:24:28: Es ist beides Konzentration und Loslassen.
00:24:32: Und das finde ich ein ganz wertvoller Prozess, weil das kann man ja eben auch aufs ganze Leben übertragen.
00:24:38: oder es ist wirklich ein Prozess bei der Arbeit – obwohl ich nie sage, ich gehe zur Arbeits- und nicht sagen, ich geh wem!
00:24:50: Und eben auch im privaten persönlichen Leben, finde ich.
00:24:56: Du hast eben gesagt, das kann man eigentlich aufs ganze Leben übertragen und in dem Augenblick dachte ich es kann man Eigentlich auch die gesamte Kunst übertragen.
00:25:04: denn zum Beispiel wenn Ich Foto realistisch male Akrüle große akrülbilder Fotorealistisch dann ist das ja auch ein Handwerk dass ich gelernt habe.
00:25:15: Ich weiß ganz genau wie ich diesen Apfel oder dieses Porträt Anpakke damit Es Dann Eben auch so aussieht, wie ich es haben möchte.
00:25:24: Aber gleichzeitig muss ich auch loslassen und... Ich glaube das Denken ist auch irgendwie dazwischen, zwischen Konzentrationen und Loslassen.
00:25:32: oder kannst du beschreiben was du denkst in der Zeit?
00:25:35: In der Du arbeitest, in der Du webst?
00:25:39: Ja also unterschiedlich!
00:25:40: Also entweder denke ich darüber nach, was ich jetzt hier gerade mache oder ich denke über irgendeine Lebensphase nach.
00:25:47: Das ist auch ganz unterschiedlich.
00:25:49: Das kommt einfach wie's kommt.
00:25:50: Also das steuer' ich auch nicht Und das finde ich ja eben so.
00:25:53: das Interessante dabei, weil da ja irgendwas mit einem passiert.
00:25:57: und wie gesagt wenn ich auch zum Beispiel mit Kindern webe die werden alle ruhig irgendwann, weil sie dann so mit sich sind.
00:26:05: Dann konzentrieren Sie sich teilweise auf das Weben oder was sie vielleicht heute noch machen wollen oder so.
00:26:12: So ähnlich ist es bei mir auch.
00:26:14: also mal so, mal so... Das kommt ganz automatisch Das kann man gar nicht steuern oder ich steuer das nicht.
00:26:22: Also, ich lasse es einfach laufen oder fließen und finde das total schön weil am Ende des Tages immer irgendetwas herausgekommen ist.
00:26:31: Und wie viel davon was herauskommt steuerst du?
00:26:37: Wie viele steuert das Material?
00:26:41: Ich glaube das ist auch im Gleichgewicht oder das greift so ineinander über.
00:26:47: also ich verwende das Material entweder weiß ich vorher, was daraus wird oder es entsteht dann in dem Prozess und dann weiß ja am Ende des Tages, aha das könnte jetzt da draus nähen oder so.
00:26:59: Also das greift so ineinander über würde ich sagen.
00:27:03: Und wie gehst du mit Fehlern um?
00:27:06: Oder machst Du manchmal auch absichtlich Fehler?
00:27:08: Oder ist das wieder etwas... geht's dann auch um Perfektion?
00:27:13: Würde ich sagen!
00:27:14: Da kommt denn die Handwerkerin durch.
00:27:18: Also wenn ich ein Webfehler habe Wenn ich ihn frühzeitig merke, mache ich es wieder auf oder webe zurück, dass das behoben wird der Fehler.
00:27:27: Also ich mach das schon exakt und manchmal denke ich dann auch okay, das sieht jetzt hier wirklich keiner aber ich weiß es für mich.
00:27:37: also webe ich zurück und macht alles wieder ordentlich.
00:27:40: da bin ich denn... Das muss perfekt sein.
00:27:42: der Stoff finde ich Und da habe ich einen hohen Maßstab den ich ansetze auf jeden Fall.
00:27:52: Du machst es ja wie gesagt schon viele, viele Jahre.
00:27:55: Bist sehr tief da eingestiegen?
00:27:58: Gibt es etwas am Weben das du bis heute nicht verstehst?
00:28:03: Frage ich mich!
00:28:05: Tja also muss ich mich jetzt auch mal fragen... Also eigentlich habe ich glaube ich schon ganz viel ausprobiert.
00:28:10: natürlich gibt es immer noch Luft nach oben was zum Beispiel die Entwicklung von Mustern betrifft, die man am Webstuhl weben könnte.
00:28:18: Da müsste ich mich aber mit auseinandersetzen und das ist aber nicht so mein Ding, ehrlich gesagt.
00:28:23: Ich bin nicht die Musterweberin sondern ich spiele mehr mit den Materialien und wenn du mich fragst was ich noch machen könnte um noch mehr zu verstehen dann müsste ich mir dann die Musteabteilung begeben.
00:28:38: Aber wie gesagt da habe ich nicht so die Lust zu Und deshalb könnte ich, wenn ich wollte, mich damit beschäftigen aber will ja nicht setzen mir den Fokus auf die Materialien und was ich da noch so verwenden könnte oder was ich noch herstellen könnte.
00:28:55: Ich habe jetzt, als ich diese Frage gestellt hab, ein bisschen an das gedacht, was du vorhin gesagt hast dass etwas passiert mit den Menschen.
00:29:04: Kinder werden ruhiger und Du hast auch schon einen zwei mal angedeutet Das Weben hat ja auch was mit mir gemacht und Du bist da ein bisschen tiefer eingetaucht Und da dachte sich das vielleicht etwas Irgendwie dazwischen den Zeilen nenne ich es mal.
00:29:19: Passiert was du selbst auch gar nicht so ganz begreifst?
00:29:23: Lass uns da mal ein bisschen ran tasten, was das mit dir gemacht hat oder mit den Menschen um dich rum?
00:29:29: Also wenn ich jetzt von den anderen Menschen ausgehe ist mir einfach aufgefallen und deshalb habe ich weiter recherchiert dass alle ruhig werden.
00:29:42: Manche sprechen gar nicht die vorher aber vielleicht aufgeregt waren, also laute Jungs zum Beispiel.
00:29:47: Die sind alle ruhig nachher oder summen sogar irgendwie weil sie da völlig irgendwie runtergekommen sind durch das Weben.
00:29:55: Weil das Webe ist noch etwas anderes als eine andere Handarbeit als Stricken
00:30:00: z.B.,
00:30:01: Stricken kann man immer noch versuchen schneller zu stricken oder schneller voranzukommen und beim Weben hat man eben diesen langsame Rhythmus und der überträgt sich auf Kopf und Herz sozusagen, lässt einen völlig zur Ruhe kommen.
00:30:22: Man kehrt völlig in sich.
00:30:24: Das habe ich an den anderen Menschen gesehen und eben auch an mir festgestellt und finde das ganz interessant, dass es tatsächlich durch das Weben passiert, dass man völlig runter kommt einfach in so eine Stille verfällt, aus der man dann wieder schöpfen kann.
00:30:47: So habe ich das für mich kennengelernt und das überträgt sich natürlich auch auf das weitere Leben also dass man daraus schöpft und das eben auch in anderen Bereichen anwenden kann im Leben.
00:31:01: So ist meine Erfahrung und deshalb liegt es bei mir zu dicht beieinander, Für mich geht das ineinander über mein Beruf und meinen Hobby oder mein normales Leben.
00:31:19: Denn durch diese Stille, durch die langsamen Bewegung wird auch die Kreativität gefördert oder angestachelt.
00:31:35: Das überträgt sich auf andere Lebensbereiche, dass man im privaten Leben auch sehr lösungsorientiert ist oder kreative Ideen entwickelt, um eben eine Lösung zu erlangen oder etwas so oder so zu gestalten.
00:31:54: Also bei mir überträgt sich das Weben aufs Leben – so kann ich das sagen und da gibt es ganz wenig Berufe die das machen oder können, wo vielleicht die Menschen das auch zulassen.
00:32:09: Manche machen im Feierabend und dann ist es Feier Abend.
00:32:12: Das mache ich ja eben nicht.
00:32:14: Also ich mach ja ständig meine Webgeschichten, ob ich Material vorbereite, irgendwas schneide, aussortiere und spule ... Ich habe eine Fünfzig bis Sechzigstundenwoche auch würde ich sagen?
00:32:34: weil ich einfach immer am Werkeln bin, weil das eben auf mein Leben übergreift.
00:32:39: Wochenende, dass du sagst Samstag-Sondag webe ich nicht so was gibt's bei dir nicht?
00:32:45: Also wenig.
00:32:47: wenn dann... Wenn ich jetzt nicht webe denn dann schneide ich eben irgendwie Leder zum Beispiel es muss ja auch alles vorbereitet werden und bin aber immer irgendwie damit beschäftigt wie ich das dann mache und sowas eben zu schön ist für mich oder mich so beflügelt und mich so motiviert in jeglicher Lebensweise.
00:33:06: Ich glaube davon kann man ganz, ganz viel auf die Kunst übertragen.
00:33:14: Gut das geht bei dir ja dieser Übergang ist ja fließend haben wir ja vorhin schon festgestellt.
00:33:20: aber dass Kunst machen hat ja ganz viel zu tun mit bei sich zu sein konzentriert zu sein.
00:33:26: ich glaube man lernt sich sehr gut dadurch kennen was sich auf das Leben überträgt und Man muss ja ständig Entscheidungen treffen.
00:33:34: Man ist ja andauernd bei der Kunst dabei, Mikroentscheidungen zu treffen die in diesem Moment dann einfach die wichtigsten der Welt sind.
00:33:42: wo lege ich dieses Element hin oder welche Farbe nehme ich da?
00:33:46: Oder sowas ist dann einfach extrem wichtig und ich glaube das übt auch für den Alltag.
00:33:51: dass man entscheidungsfreudiger oder mutiger wird und für die Dinge einsteht die man selbst entscheidet klingt vielleicht gerade ein bisschen überhöht aber Ich habe dieses Gefühl wirklich manchmal.
00:34:03: Das erinnert mich sehr an, oder das was du eben gesagt hast daran fühle ich mich erinnerte?
00:34:10: Ja auf jeden Fall.
00:34:11: also genau das denke ich ja.
00:34:13: wahrscheinlich hat es mit der Kunst zu tun oder mit dem schaffen dass man wie Du sagst Entscheidungen trifft Wie man was gestaltet oder was man jetzt gerade nimmt und das überträgt sich dann auch das normale Leben auch.
00:34:26: Also von daher ist das schon alles irgendwie eins.
00:34:30: Ich bin ganz glücklich, dass ich diesen Beruf habe und das so ausleben kann.
00:34:35: Und ja, und dass eben auch anderen beibringen können.
00:34:40: Das ist ja auch noch irgendwie etwas was mich bewegt oder ich führe hier meine kleine Mission um dieses immaterielle Kulturerbe.
00:34:49: Was es mittlerweile ist weiterzugeben?
00:34:52: Es ist ein kulturelles Erbe.
00:34:53: und gerade jetzt in dieser digitalisierten Welt die immer stärker wird Das hört sich auch so abgedroschen an und ich möchte da ja auch keine Gegenbewegung ins Leben rufen.
00:35:04: Auf gar keinen Fall, sondern eben vielleicht eine Parallel-Bewegung, dass man sich doch noch mal darauf besinnt auf diese alten Handwerksberufe die zu viel mit den Menschen machen Und mich hat das in meiner Geschichte sehr geprägt.
00:35:21: Also ich kenne sehr wohl noch die Handarbeitsabende an denen Geschichten erzählt wurden an denen man sich kennengelernt hat.
00:35:30: und wenn so etwas parallel zu allen digitalen geführt wird oder auch an Schulen wieder aufgenommen wird, das wäre so schön finde ich weil es einfach den Menschen gut tun würde.
00:35:43: Glaubst du denn dass unsere Gesellschaft den Wert von so langsamer manueller Arbeit nicht mehr zu schätzen bei
00:35:53: ist?
00:35:54: Ja, das denke ich.
00:35:56: Aber man kann es den Menschen auch nicht vorwerfen weil sie das einfach nicht kennen.
00:36:03: Ich frage das gerade so.
00:36:04: bei manches Mal habe ich das Gefühl dass jetzt gerade auch eine Renaissance erlebt, dass gerade dadurch da so viel digitalisiert und perfekt und allglatt ist, dass Handwerk grade wieder neu gewertschätzt wird.
00:36:18: Ja, vielleicht ist so ein Umbruch.
00:36:19: Das merke ich ja hier bei mir im Laden auch.
00:36:21: also das schon geguckt wird dass es alles hier vor Ort handgearbeitet ist auf jeden Fall Es ist einen umbruch, das glaube ich.
00:36:33: aber trotzdem ist eben diese andere Seite die entwickelt sich ihm zu sehr schnell und ich glaube es ist schon eine Generation jetzt dazwischen die nicht mehr viel von diesen Handwerkssachen mitbekommen hat und die das jetzt leider auch nicht weitergeben können.
00:36:47: deshalb finde ich es mega wichtig, dass das eben an die Schulen gebracht wird wieder.
00:36:53: Diese Handarbeit überhaupt um einfach zu lernen was eben auch Wertigkeit bedeutet Das finde ich ganz wichtig, Dass die Kinder eben lernen Was ist bedeutenden Stoff zu wem?
00:37:08: Wie schwers eigentlich ist und wie schön es eigentlich ist Auch etwas selbst herzustellen usw.
00:37:14: Das könnte man jetzt uns unendlich ausführen.
00:37:18: Wenn du sagst Wertigkeit, dann sind wir auch ganz schnell bei so was wie Preis.
00:37:25: Es muss ja auch verstanden werden warum ein Stück sehr viel mehr kostet als irgendein billig Material das aus Fernost importiert wird oder... Das ist ja auch sehr schwer ist mein Gefühl das zu vermitteln, die Langsamkeit.
00:37:44: Und es ist ja auch nicht nur die Arbeit, die du in diesem Augenblick oder diesen Tagen reingesteckt hast sondern da gehört eben auch diese lange Zeit der Expertise und des Lernens mit darein was eigentlich auch mit bezahlt werden muss.
00:38:00: Ja ich verstehe, was du meinst?
00:38:02: Mit Wertigkeit.
00:38:03: Schwierig!
00:38:04: Es ist schwierig aber es ist eben so wichtig ist das ja schon auch fast eine politische Sache irgendwie.
00:38:11: Ich hatte versucht, auch da irgendwie ein bisschen weiterzukommen hier mit der Stadt Hamburg aber das war dann irgendwie alles zu schwierig so dass ich für mich beschlossen habe in meiner kleinen oder meine kleine Mission eben alleine zu führen und gebe hier Führung auf und webe eben mit Interessierten und Zeige Und da merke ich eben, wie sich das auch schon multipliziert in deren Privaten umkreisen.
00:38:39: Da wären sich Webrahmen gekauft und dann wird wieder mit mir Kontakt aufgenommen, wird gefragt
00:38:44: usw.,
00:38:44: dass ich so mein kleines eigenes Netzwerk da aufgebaut habe oder immer noch aufbaue, um das weiterzugeben.
00:38:53: Wie viel von deinem Wissen ist denn wirklich vermittelbar?
00:38:58: Wie viel, also verstehst du ich meine?
00:39:01: Natürlich kannst du beschreiben wie man ein Webstuhl spannt und wie man dann eben von rechts nach links das Schiffchen schiebt.
00:39:09: Aber dein Wissen ist ja sehr viel tiefer!
00:39:11: Wieviel kann man wirklich davon vermitteln und wieviel hängt dann davon ab dass man es selber über Jahre probiert?
00:39:19: Genau ich kann natürlich jetzt hier erstmal wenn ich so Kurse gebe oder mit Kindern oder Erwachsenen webe nur an der Oberfläche weitergeben, weil das ist eben nicht umsonst so viele Jahre Ausbildung.
00:39:35: Wer aber da weitermachen will kann ich ja immer weiter meine Erfahrung und die Kenntnisse weiter geben.
00:39:43: Aber wenn ich jetzt das so mit ein paar Stunden mache, dann ist das ja nur an der Oberfläche.
00:39:49: Aber es gibt eben Interessierte die wirklich weiter machen und weiter fragen und sich auch Hebstülle kaufen und ich denn da so ein bisschen aus der Ferne mitberate Das ist alles möglich!
00:40:00: Es kommt darauf an wie weit jeder selbst gehen möchte.
00:40:03: Ich bin einfach da und gebe meinen Wissen gerne weiter Und freue mich einfach.
00:40:10: Warum ist denn das so wichtig, dass es weitergegeben wird?
00:40:14: Ich habe gerade so überlegt.
00:40:17: Ich nehme gerade mal bewusst eine Gegenposition ein.
00:40:19: Man kann doch auch wenn man günstig Stoffe produzieren kann dann kann man die doch auch nehmen und die Zeit für was anderes verwenden.
00:40:27: Warum ist das überhaupt so wichtig solche Sachen zu erhalten?
00:40:31: Das Weben oder auch anderes Handwerk
00:40:35: Naja, weil auf der einen Seite ist das eben wirklich ein kulturelles Erbe was irgendwie jetzt sonst ausstirbt.
00:40:41: Das finde ich wichtig als eben Grundhandweberin dass das erhalten bleibt dieses Wissen darum weil es ja einfach auch eine Tradition hat oder eine Geschichte hat und das ja mit zu den ältesten Berufen überhaupt gehört und das finde ich eben einfach wichtig dass man das weiß.
00:41:00: Natürlich kann man in Stoffladen gehen und sich fertigen Stoff kaufen, den Stoff hat dann aber vielleicht auch jeder Fünfte zum Beispiel.
00:41:08: Man kann sich einfach einen Stoff selbst kreieren, das finde ich eben zu schön oder selbst ihre Möglichkeiten finden, ein Stoff herzustellen.
00:41:16: Und da hatten wir vorhin drüber gesprochen macht es ja was mit den Menschen!
00:41:22: Man kann schnell in Stofladen Aber man kann sich eben auch Zeit nehmen und sich in die Muße fallen lassen sozusagen, seinen eigenen Stoff zu weben.
00:41:34: Und da ist ja das Glücksgefühl und die Zufriedenheit und letztlich dann auch das Schätzen dieses Wertes viel größer.
00:41:43: Das ist aus meiner Sicht viele schöne Vereinmenschen.
00:41:47: Also ich gehe sogar noch einen Schritt weiter.
00:41:49: Ich glaube dass es einfach wenn wir das so machen, dass wir die Stoffe kaufen bzw.
00:41:56: die fertigen Produkte... Wir verlieren ja total die Verbindung zum Ursprungsmaterial!
00:42:04: Wir verstehen oder sehen und fühlen doch überhaupt nicht mehr wo das alles herkommt und machen uns keine Gedanken mehr darüber, dass einfach nicht alles endlos zur Verfügung steht sondern alles endlich ist bzw.
00:42:18: wenn wir es viel zuviel benutzen, dass das gewisse Kosten hat für uns alle.
00:42:25: Ich rede hier jetzt gerade von fast fashion Wenn wir über's weben reden aber natürlich auch bei vielen vielen anderen Sachen und in dem Augenblick indem wir selber in die Hand nehmen und selber produzieren haben Wir ein ganz ganz anderes Verhältnis und eben nicht nur zum fertigen Produkt Dass es wertvoll ist sondern auch zu den Ursprungsmaterialien.
00:42:44: ich glaube Machst du einen oder tust du einen ganz wichtigen Schritt, einen ganz... ...wichtigen Beitrag dazu dass das sowas nicht verloren geht?
00:42:54: Genau.
00:42:55: Also das finde ich eben auch, dass es wichtig ist, dass zumindest die Menschen oder eben auch die Kinder darum wissen wenn sie eben vergleichsweise dann irgendwie sich Sachen kaufen und wenn Sie schon mal gewebt haben, wissen aha!
00:43:09: Das ist gewebt, das ist ja eigentlich ganz schön schwierig oder so, dass man einfach so eine Bewusstsein dafür bekommt sollen ja nicht alle so ihren Stoff jetzt selbst weben, aber einfach dass sie einen Fokus darauf haben.
00:43:23: Ja wie schwer es ist ein Stoff herzustellen auch maschinell.
00:43:26: Es ist immer ein Aufwand und das sie da einfach ein Bewusstsein für bekommt.
00:43:32: Das finde ich ganz wichtig.
00:43:34: Und dann kann man weitergehen und wenn man die Stoffe, die man getauft hat zurückbringt, also so eine Kreislaufwirtschaft.
00:43:44: Da bin ich ja ganz großer Fan von auch.
00:43:48: Abseigling mag ich nicht genau ausdrücklich machen, dass man einfach die Stoffe wieder zerschneidet und dann neue Stoffen daraus herstellt.
00:43:57: Also das man alles dann auch wieder verwenden kann.
00:44:00: Das wäre eben auch noch ein nächster Schritt.
00:44:02: Die Stoffee, die man am Leib trägt oder die man ihm gekauft hat und nicht mehr anziehen möchte, dann wieder neu zu gestalten
00:44:12: Auf alle Fälle.
00:44:12: Aber was ist falsch mit dem Begriff Abzeichling?
00:44:15: Warum magst du den nicht?
00:44:17: Ja, das ist so ein getroschenes Wort irgendwie natürlich mache ich das auch oder auch wenn ich so große gebe.
00:44:25: Ich finde Kreislaufwirtschaft irgendwie schöner
00:44:27: Bildlicher man kann es besser verstehen.
00:44:28: ja noch mal zurück zu diesem Thema Handwerk und Kunst.
00:44:34: Was hat es mit dir gemacht dann im Kunstmuseum zu zeigen Dass deine Werke, deine Produkte in einer Kunstgalerie dann plötzlich aufgenommen wurden.
00:44:47: Hat das für dich was verändert?
00:44:50: Verändert insofern als dass ich gedacht habe ach so denn es ist ja doch scheinbar Kunst weil ich manchmal auch selbst zum Zwiespalt war.
00:44:58: Ich hatte ja erzählt also ich eben über ein Jahr mit der Künstler Sozialkasse Austausch war oder im Kampf war kann man schon sagen.
00:45:06: Erzähl das bitte nochmal!
00:45:07: Ja das war sehr interessant.
00:45:09: Also ich war schon in der Künstlersozialkasse und dann wurde neu geprüft.
00:45:14: Und nun waren sie in der Ansicht, dass ich eben mehr Handwerkerin bin als Künstlerin.
00:45:20: Ich musste also das immer wieder beweisen und belegen.
00:45:25: Ja, ich habe mich sehr da reingekniet.
00:45:28: Bin ja auch im Verband für Kunst und Design habe von dort auch Unterstützung bekommen, weil die das eben auch gesehen haben dass es nicht nur Handwerk ist.
00:45:38: Also ich musste, dass der Künstler Sozialkassen sehr erklären mit Bildmaterial und Worten, dass aus diesem Handwerk Kunst geworden ist, dass das meine Basis gewesen ist und daraus künstlerische Dinge entstehen sodass sie dann nach anderthalb Jahren sich denn auch fast entschuldigt haben und es jetzt als Kunst eingeschätzt haben.
00:46:02: Aber das war eben ein langer Kampf oder einen langen Weg, und das war zum Beispiel den Punkt, dass ich gedacht habe, mich gefreut hab natürlich.
00:46:12: Und wenn ich ausstelle im Kunstmuseum oder in der Galerie, denke ich ja okay, weil ich manchmal selbst Handwerke-Ausbildung habe und mich dann freue, dass ich das so doch in diese Richtung entwickelt hatte.
00:46:27: Das war das was ich vorhin meinte, dass manches mal die Umgebung plötzlich entscheidet.
00:46:32: Dass es wirklich einen Unterschied macht wo die Sachen zu sehen sind ob es den Stempelkunst bekommt oder nicht.
00:46:40: Und das finde ich auch so verrückt.
00:46:42: Nehmen wir nochmal dieses Beispiel mit der Malerei.
00:46:45: Ich sehe Ausbildungsstätten für Malerinnen, zum Beispiel in China.
00:46:55: Da wird dann ganze Straßenzüge lang ein Bild nachgemalt und es ist absolut identisch!
00:47:02: Das ist Handwerk, dass man die Pinselführung genau so macht und den Farbverlauf genau so Effekt XY zu erzielen.
00:47:11: Das ist absolutes Handwerk, aber da würde niemand das in Frage stellen!
00:47:15: Wenn dieses Bild das wirklich genauso aussieht wie das daneben wenn man das nach Hause trägt...das ist Kunst!
00:47:21: Wohingegen dann ein Stück Stoff, dass immer ein Unikat ist, wenn es handgewebt ist, solche Probleme hat als Kunst angenommen zu werden?
00:47:32: Das ist wirklich schwer für mich nachts zu vollziehen.
00:47:34: andererseits Ich habe mal so ein bisschen recherchiert.
00:47:37: dieser Streit, ob Kunst oder Handwerk.
00:47:40: Der ist Jahrhunderte alt seit der Renaissance.
00:47:43: im Prinzip ging das los dass man da angefangen hat sich deswegen die Köpfe heißt zu streiten.
00:47:49: also wir werden das heute nicht klären aber du für dich hast es ja letztendlich auch immer noch nicht hundertprozentig geklärt.
00:47:56: manchmal so manchmal
00:47:59: Ja, genau.
00:47:59: Also es ist noch nicht richtig Intos weil ich ja eben auch Produkte herstelle die jetzt für den Alltag zu verwenden sind.
00:48:05: also wenn ich jetzt Taschen knüpfe die vielleicht auch als Kunstobjekt gesehen werden so ist die Resonanz der Kunden zumindest.
00:48:14: aber letzten Endes ist es handwerklich hergestellt und das ist ein Produkt für den täglichen Bedarf.
00:48:20: und da denke ich dann manchmal aber dass ist denn eigentlich keine Kunst aber es ist doch irgendwie.
00:48:26: Deshalb, ich bin da selbst mit mir noch zwiespalt oft und finde das aber nicht schlimm sondern eher interessant oder auch lustig.
00:48:35: Ja, bereichert
00:48:36: ja.
00:48:37: Manche Leute sehen es eben so oder manche sehen's ebenso.
00:48:40: Und wie gesagt und ich bin dann manchmal noch nicht ja mit mir im Klaren Aber ist vielleicht auch gut so.
00:48:46: also Das muss ich mal beobachten.
00:48:51: Also ja
00:48:52: Ich finde das übrigens gar nicht widersprüchlich dass ein Kunstwerk auch benutzt wird.
00:48:59: Also wir haben ja auch tragbare Kunst.
00:49:01: oder dass ich eben ein Kunstobjekt als Handtasche nehme oder so, oder als Lampenschirm und das finde ich keinen Widerspruch tatsächlich?
00:49:10: Ja es ist wahrscheinlich auch nicht, aber für mich ist das eben neu tatsächlich weil ich wahrscheinlich jahrelang irgendwie handwerklich unterwegs bin und ich bin eben auch Handwebmeisterin und das ist im einfachen Handwerksberuf.
00:49:22: Das ist einfach so völlig drin in mir glaube Und das wird sich schon noch entwickeln, dass ich da so ein bisschen lockerer werde und einfach für mich sage ja auch hier ist hier ein Kunststück.
00:49:32: Kannst du denn dann handgewebte Arbeiten noch ganz... Ja wie soll ich das sagen?
00:49:39: Ganz entspannt angucken wenn du Handwebenmeisterin bist und so viele Jahre webst schaust Du dann nicht jedes Stück sehr kritisch an, dass du von außen irgendwie gezeigt bekommst?
00:49:52: Meinst jetzt Fremde handgewebte Stücke.
00:49:55: Ja, so meine ich das ja.
00:49:58: Also ja, ich gucke mir das natürlich an oder ich kenne ja viele Arbeiten aber jeder hat ja so seine Handschrift auch und ich überlege dann eher wie das gemacht ist was das für eine Technik ist und finde es interessant auch inspirierend.
00:50:13: also natürlich gucke ich dann immer man hat ja dann einfach den Handweber Kunstblick keine Ahnung beobachte ich oder ja und guck mir das schon auch ganz genau an.
00:50:24: Und überlege dann auch, wo ist hier die Grenze?
00:50:27: Wo hört Handwerk auf?
00:50:29: Wo geht die Kunst los?
00:50:31: Manche Sachen sind wirklich rein handwerklich.
00:50:35: also da kenne ich auch genügend Weber die eben... Das ist wirklich handwerglich.
00:50:41: aber es gibt in welcher die Mitarbeiter entwickeln oder was heißt weiterentwickeln, also in die Kunstrichtung entwickeln?
00:50:49: Ja und es ist doch interessant zu sehen.
00:50:50: Also das hängt ja von jedem selbst ab, was da so aus einem herausstrießt oder was man möchte.
00:50:55: Und ich, ja, das Thema ist mega interessant auch für mich immer wieder.
00:51:01: Gibt es denn etwas...also ein Verständnis der Welt oder ich weiß nicht was?
00:51:08: gibt es etwas, von denen du sagst, dass hätte ich ohne das Weben vielleicht nie verstanden?
00:51:14: Ja, ich glaube ich mich selbst oder mein Leben.
00:51:16: Wie ich davon sagte also das überträgt sich ja auf mein Leben wie ich Probleme angehe zum Beispiel, wie ich Lebenssituation sehe oder gestalte Das kommt alles aus meiner Sicht oder davon bin ich eigentlich überzeugt Aus dem Sinne was es weben mit mir macht.
00:51:38: Also das kann ich so sagen aus meiner Erfahrung jetzt heraus, dass das sehr in mein Leben eingreift oder wenn nicht sogar alles irgendwie eins ist.
00:51:49: Und ich daraus schöpfe und sehr viel gelernt habe über mich, über das Leben oder wie ich mein Leben auch gestalte.
00:52:00: Gibt es Zeiten Maike, in denen du nicht webst?
00:52:03: Wenn du zum Beispiel Urlaub machst oder hast du immer was dabei Und wenn das solche Zeiten geben sollte, spürst du das in dir?
00:52:12: Macht es was mit dir, wenn du ein paar Tage oder vielleicht ein paar Wochen gar nicht Weberisch tätig bist.
00:52:20: Also ich glaube, ich verbinde das immer.
00:52:23: Das ist jetzt auch komisch an, aber ich bin ja auch nie urlaubsreif kann ich ja auch nicht sagen.
00:52:27: also deshalb kommt einfach denn mit oder irgendwas kommt mit.
00:52:33: Also das ist immer nah bei mir Und ich muss mich nicht entspannen oder irgendwo anders hinfahren, um mich zu erholen.
00:52:42: Das ist auch ganz ulkig, hört sich komisch an.
00:52:44: vielleicht aber... Ich bin ja eigentlich tiefenentspannt und wenn ich dann eben mal ein paar Tage wegfahre Ist das ja trotzdem in mir drin oder ich denke darüber nach?
00:53:00: Oder lasst mich von anderen Sachen, wie ich denn da irgendwo sehe inspirieren.
00:53:05: Die Farben finde ich schön und versuche das dann irgendwie vielleicht auf meine Sachen zu übersetzen.
00:53:10: Also es ist sozusagen auch ideell immer irgendwie mit dabei.
00:53:17: Ich glaube so klingt jemand der oder in diesem Falle die wirklich das gefunden hat was zu ihr passt ganz tief.
00:53:24: Ist toll!
00:53:26: Ja, glaube ich auch.
00:53:27: Also irgendwie ist das so... Das ist gar nicht so zu sagen vorherbestimmt oder ich habe jetzt auch kein Lebensplan dass ich bis dann und dann das und das erreichen wollte oder machen wollte sondern es ist ja einfach ein Fluss oder hat sich einfach so entwickelt.
00:53:44: Und da bin ich sehr dankbar und ganz glücklich drüber.
00:53:48: also mehr geht für mich nicht So kann ich das sagen.
00:53:54: Dankbar kannst du aber dir selber gegenüber sein, dass du dieses Ziel oder dieses
00:54:01: Gespür
00:54:02: das du in dir hattest so konsequent verfolgt hast und dich nicht von anderen Dingen hast abbringen lassen.
00:54:08: auch.
00:54:09: Du hast vorhin beschrieben da war die Wende das war eine Zeit lang ein bisschen schwierig aber dann hast du so schnell wie möglich wieder diesen Weg aufgegriffen.
00:54:18: Da gehört ja auch eine Menge Konsequenz und Mut... ...und Stabilität dazu, das so konsequent zu verfolgen.
00:54:25: Von daher kannst du da glaube ich dir selber auch ein bisschen Danke sagen!
00:54:29: Ja vielleicht aber ja ich weiß es nicht also da kann ich gar nichts zu sagen.
00:54:36: Also ja ich freue mich dass es einfach so ist.. ..und ich habe gemerkt als ich denn in anderen Berufen unterwegs war zur Wendezeiten... ..dass immer was gefehlt hat gemacht.
00:54:50: Aber ich wusste irgendwie fehlt etwas, wo ich mich noch mehr drin finde oder was mich eben beglückt noch mehr.
00:54:58: Das
00:54:58: hat mir aber so gespürt.
00:55:00: Aber Mike es gibt sehr viele Menschen die das spüren, aber dann so wenig Konsequenzen daraus ziehen und noch nicht mal dann wenigstens teilweise sowas machen, was sie eigentlich tief begeistert.
00:55:15: Also ich zähle mich da selbst dazu, dass sich viele Jahre vernünftig war in Anführungsstrichen und andere Dinge gemacht habe und es einfach nicht begriffen habe, das das was mir wirklich wichtig ist auch eben konsequent verfolgt werden muss!
00:55:30: Und ich hatte hier vor einiger Zeit eine Episode veröffentlicht... Das war zu Beginn des Jahres dass man, wenn man wenigstens ein Prozent seiner Zeit dafür aufwendet das zu machen was einem wirklich wichtig ist oder was einen ruft.
00:55:47: Oder du hast gesagt bei den anderen Sachen hat immer irgendwie etwas gefehlt und dass man das so ein bisschen verfolgt.
00:55:57: Wenigstens eine Prozent seinerzeit und dann kann man immer noch die sogenannten anderen wichtigen Sachen machen Und ein Prozent ist tatsächlich knapp eine Viertelstunde am Tag.
00:56:07: Dann verändert sich was und ich glaube, dann wird auch mehr als diese Viertellstunde da überbleiben.
00:56:12: Also das, was du da gerade so selbstverständlich empfindest, ist es aus meiner Sicht tatsächlich nicht für ganz viele Menschen.
00:56:20: Und deswegen sehr spannend.
00:56:22: Dankeschön!
00:56:23: Ja ja sehr gerne.
00:56:25: also ich kann dazu nur sagen dass das ja auch so ein Lebenssinn ist bei dem sich jeder eigentlich fragen sollte, womit erfülle ich mein Leben.
00:56:37: Wie gestalte ich es so schön wie möglich?
00:56:40: Dass ich einfach ein glückliches Leben habe und vielleicht braucht man auch Mut um da in sich hineinzuschauen, um das zu erspüren.
00:56:52: Das finde ich, also hab' ich auch meinen Kindern mitgegeben dass sie eben das lernen oder das machen sollen.
00:57:00: Womit Sie glücklich sind im Leben Man damit ja eben sehr viel Zeit verbringt dann mit dem Beruf.
00:57:07: Und von daher finde ich das ganz wichtig und empfehle, dass einfach jeder da in sich schaut und guckt was ihn antreibt oder wohin die Reise gehen könnte oder was einen einfach glücklich macht.
00:57:21: Ich finde es ist einfach so wichtig, dass man eine schöne Lebenszeit hat und so viel Zeit damit verbringend was einem Spaß macht!
00:57:32: Ja, und ich glaube auch tatsächlich das ist keine egoistische Handlung oder egoistischer Haltung.
00:57:39: Sondern ganz im Gegenteil!
00:57:40: Ich glaube dass Menschen die glücklich und zufrieden sind, auch die besseren Menschen sind.
00:57:45: Auch andere anders behandeln beziehungsweise die Menschen die tief unzufrieden sind einfach nicht so viel Gutes in die Welt bringen.
00:57:52: von daher ist das was du da gerade sagst alles Andere als egoistisch.
00:57:57: Jetzt habe ich einiges gefragt und vieles aber auch nicht.
00:58:00: gibt es denn jetzt zum Schluss noch etwas, was du gerne noch sagen möchtest.
00:58:06: Etwas, was ich vielleicht vergessen habe zu fragen oder?
00:58:10: Also da muss ich nochmal ganz kurz nachdenken.
00:58:12: eigentlich haben wir über so vieles gesprochen.
00:58:15: Ich finde das ja wie gesagt einfach wichtig.
00:58:17: Aber das betrifft jetzt gar nicht das Thema Handwerk und Kunst.
00:58:20: Was wir eben jetzt zum schluss gesagt haben um eben auch So auf die Weltlage zu schauen, wenn die Menschen eben glücklicher und zufriedener werden wären mit ihrem Leben oder mit dem was sie machen hätte wir auch eine schönere Gesellschaft.
00:58:35: Das würde ich so unterschreiben.
00:58:37: Ansonsten also mir fällt da jetzt gar nichts weiter ein.
00:58:42: Aber dass du das nochmal bestärkst mit der Gesellschaft, das fand ich ganz wichtig.
00:58:47: Vielen Dank dafür!
00:58:48: Das ist ein Thema, das liegt mir wirklich am Herzen Und Du hast mir auf alle Fälle auch geholfen, besser zu verstehen warum es immer noch spannend ist nach so vielen Jahren Tausende von kleinen Teilen festzunähen die dann eine Geschichte erzählen über etwas.
00:59:05: Schön!
00:59:06: Vielen Dank
00:59:08: Danke schön.
00:59:11: Ja was soll ich sagen?
00:59:13: Unter dem Strich nach diesem Gespräch Am Ende bleibt tatsächlich einfach keine klare Trendlinie zwischen Handwerk und Kunst.
00:59:21: Das ist nicht weiter überraschend weil es eben auch dieses dieses Gespräch oder die Problemen in Anführungsstrichen seit Hunderten von Jahren gibt.
00:59:30: Aber ich finde es ganz spannend zu spüren, dass da ein Raum dazwischen ist und übergreift indem man sich ständig bewegt was dieses Gespräge gezeigt hat wie viel in einem scheinbar einfachen Prozess steckt wenn man ihm wirklich Zeit gibt das Material nicht nur bearbeitet wird sondern zurück wirkt auf uns als diejenigen, die mit diesem Material agieren.
00:59:58: Und zwar längst nicht nur beim Weben und das langsames Arbeiten nicht weniger sondern oft noch mehr Aufmerksamkeit erzeugt für Dinge, die wir sonst ganz leicht übersehen.
01:00:10: Das finde ich spannend!
01:00:11: Und vielleicht ist genau das der Kern dass im Wiederholen, im Konzentrieren, im Tun etwas entsteht was weit über die Technik hinausgeht Und dass sich manche Fragen vielleicht auch gar nicht lösen lassen müssen.
01:00:26: Dass es manchmal der Raum ist, drumherum das mit entscheidet wenn wir die Dinge tatsächlich irgendwie einordnen wollen.
01:00:36: So bevor ich jetzt gleich noch etwas sage zu Maike und zum Thema Gewinnspiel aus dem letzten Episode du erinnerst dich hier eine Nachricht von meinem Unterstützer dieses Podcasts.
01:00:47: Dieser Podcast wird unterstützt von Manuel Koch und seinem Salon Schinkelplatz Das Kunst auf dem Kunstmarkt als Investment gehandhabt wird, das ist erst einmal nichts Neues.
01:00:57: Aber wenn man es richtig macht geht es dabei um sehr viel mehr als allein Geld!
01:01:01: Denn die schönste Rendite ist die Freude an der Kunst – das sagt Manuel Koch als Kunstsammler, Kunstkenner und Finanzexperte.
01:01:10: Und diese Freude von der spricht ist ja eigentlich dreifach.
01:01:13: Zum einen entsteht sie aus dem Wissen, dass du mit dem Kauf von Kunst Künstlerinnen und Künstlern unterstützt – und ihnen Wertschätzung schenkst!
01:01:21: Für mich persönlich als Künstlerin ist das erstmal mega wichtig, denn die Verkäufe helfen uns ja, die Kunst zu machen, die wir machen möchten.
01:01:29: Punkt zwei ganz klar Du hast die Freude an einem neuen Kunstwerk, das deinen Alltag verschönert und bereichert.
01:01:36: Und apropos Bereichern, Punkt drei.
01:01:38: Durch das Kaufen von Kunst kannst du durchaus auch mal ein richtig gutes Investment tätigen.
01:01:44: Infos zu Manuel's Veranstaltung und Einblicke in seine Sammlung im Salon Schinkelplatz findest Du auf der Webseite www.salonschinkelplatz.de und Folge Manuel Koch auch auf seinem Instagram-Kanal Kunst Investments.
01:01:59: Alle Links findest du in den Shownotes!
01:02:03: Ja, kurz noch etwas zu dem Gewinnspiel.
01:02:05: Ich habe ja inzwischen schon einige Zuschriften bekommen.
01:02:09: Manche davon haben mir mal weniger, mal mehr zu verstehen gegeben dass man sich das man gerne teilnimmt aber sich vielleicht gar nicht richtig trauen würde so ein Gespräch mit mir am Mikrofon zu führen.
01:02:21: und wenn du dazu gehörst dann möchte ich dir dazu ganz klar etwas sagen Wenn du es schaffen würdest, bei einer Tasse Kaffee oder Tee mit mir über dich zu plaudern.
01:02:31: Über deine Kunst, über das was du da machst.
01:02:33: dann schaffst du auch so ein Interview am Mikro versprochen.
01:02:37: ich würde dich da durchführen sodass du es kaum merkst wie lang die Gespräche wären.
01:02:42: und alle anderen Details zum Gewinnspiel hörst Du in Episode Hundertsiebelundzwanzig mehr über Maike Weirich, meine Gesprächspartnerin heute und ihre Webarbeiten findest du auf ihrer Webseite www.maike-weirich.de.
01:03:00: Maike wird dabei mit AI geschrieben und weirig mit EY.
01:03:04: oder du schaust ganz einfach auf der Webseiten www.atelier-talk.com vorbei.
01:03:10: Unter der Episode hundertundzwanzig findest du alle Links zu Maike und auch viele Fotos von ihr, von ihren Arbeiten und ihrem Atelier.
01:03:19: Und diese eine Arbeit die ich in Ihrem Kurs erstellt habe.
01:03:23: Folge aber dem Atelier Talk auf Instagram unter atletalk.podcast Und ich danke dir, dass du wieder oder vielleicht ja auch zum ersten Mal.
01:03:33: Ich weiß es nicht dabei warst!
01:03:34: Wenn es dir gefallen hat abonniere den Podcast dann verpasst du keine Episode und meine Bezahlung wäre das du mir bitte
01:03:42: fünf Sterne
01:03:43: in der Podcast-App deines Vertrauens schenkst bei Spotify oder Apple-Podcasts.
01:03:48: Ich danke dir dafür und komme bald wieder mit einer nächsten Episode.
01:03:53: Bis dahin lasse es dir gut gehen.
01:03:55: ganz liebe Grüße deine
01:03:56: Stefanie
01:03:57: Höhmann.