Atelier-Talk

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Transkript

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00:00:05: Hallo und herzlich willkommen zur Episode Hundertundzwanzig von Atelier Talk, dem Podcast mit Gesprächen über Kunst.

00:00:16: Und vor allem über den Weg dahin zu dieser Kunst!

00:00:20: Mitblicken direkt in die Ateliers zum Anregen, zum Mut machen und ja vielleicht auch manchmal zum Neugierde befriedigen.

00:00:28: Ein Podcast mit interessanten Menschen und den verschiedensten Themen rund um das Kunstmachen, das Kunstzeigen und natürlich auch das Kunstverkaufen Und mit mir, mein Name ist Stephanie Hülmann.

00:00:39: Ich bin Künstlerin und mit diesem Podcast nehme ich dich mit zu meinen Gesprächen und gleichzeitig auch auf meinen eigenen Weg in der Kunstwelt!

00:00:52: Bevor ich zum heutigen Gespräch komme und zu meinem tollen Gast, gibt es hier erst mal zwei kurze Hausmitteilungen.

00:00:58: Das erste ist eine Auflösung auf die sicherlich schon so einige von euch warten!

00:01:02: Es geht um die Auflösung des Gewinnspiels der Jubileums-Episode zum fünften Geburtstag vom Atelier Talk Podcast – es ging darum, zu erraten oder zu erspüren Welches wohl die meistgehörte Episode von Atelier Talk ist?

00:01:16: Ich hatte einen Tipp gegeben, nämlich dass es nicht die Episode mit dem bekannten Berliner Galeristen Johann König war.

00:01:23: Ja das war lange Zeit!

00:01:24: Die am meisten gehörte aber... Dann gab es doch ein Gespräch, das mal kurz fast doppelt so häufig gehört wurde.

00:01:31: Unglaublich!

00:01:32: Und in meiner Theorie war's so dass ich das ja irgendwie ergeben haben muss.

00:01:37: also durch Instagram und Co.

00:01:38: wird das verbreitet aber da muss auch Mundpropaganda eine Rolle gespielt haben.

00:01:43: Also dachte Ich man würde dieses diese Episode sicherlich auch Erraten.

00:01:48: Ja und ich bot den Preis an Dass jede richtige Antwort gewinnt.

00:01:53: der Preis War Ein Interview Ein Auftritt hier beim Atelier Talk Podcast.

00:01:57: Und da ich ja überhaupt keine Ahnung hatte, wie viele richtige Antworten ich bekommen würde, hat ich gesagt, dass sich es staffeln würde.

00:02:05: Denn es sind viele, dann würde jede Person die die richtige Antwort hatte fünf Minuten Zeit bekommen oder wenn das ein paar weniger sein soll zehn bis fünfzehn Minuten und wenn es einen zwei oder drei Personen sein sollten, dann mindestens eine halbe Stunde vielleicht sogar eine ganze Episode.

00:02:21: Die richtige Antwort ist nun... Episode onehundertsebzehn mit der Kunsthistorikerin Anne Simone Kiesiel.

00:02:31: Die Episode heißt Kunst ist kein Selbstgespräch, ein Gespräch über Sichtbarkeit, Selbstwert und den Kunstbetrieb.

00:02:41: Wie gesagt, diese Episode wurde mal kurz doppelt so häufig gehört wie die Nachfolgende in der Menge nachfolgend.

00:02:49: Die mit Johann König.

00:02:50: und in der Tat ist es nun so dass etwas passiert ist womit ich niemals gerechnet habe denn niemand hatte mir das als Antwort zugesendet.

00:02:59: Es gab viele Zuschriften viele davon mit wirklich mega netten Briefen dazu.

00:03:05: Ich habe das so geliebt, dass zu lesen hat mein Herz erwärmt aber leider, leider hat niemand die richtige Episode erraten und ehrlich ich finde es verrückt!

00:03:14: Ich kann nicht verstehen wie das miteinander korrigiert.

00:03:18: Naja gut...ich werde mir für das nächste Jubiläum irgendetwas wieder ausdenken.

00:03:24: So müssen wir das jetzt einfach mal so aushalten.

00:03:27: Die zweite Nachricht ist eine Einladung zu meiner aktuellen Ausstellung.

00:03:31: Ich habe die Einzelausstellung vom Wert der Spuren jetzt gerade laufen im Kunstverein Hitzacker, sie geht bis XXVIII und ich lade dich ganz herzlich dazu ein!

00:03:43: Jetzt aber zur heutigen Episode und zu meinem heutigen Gast, der Maler Dominic Schmidt.

00:03:50: Dominik Schmidt gehört zu den Künstlern finde bei dem man schnell über die Bilder spricht, weil sie einfach spektakulär sind und voller voller Inhalte.

00:03:59: Und erst später nimmt man wahr dass hinter diesen Bildern ein bemerkenswertes Denken steckt würde ich jetzt mal sagen.

00:04:07: wer seine Arbeiten kennt begegnet verstörenden Figuren zerlegten Körpern rätselhaften Szenen Beschriftungen leicht wissenschaftlicher Natur und einer Bildsprache, die sich jeder schnellen Erklärung entzieht.

00:04:23: Und mit diesen Arbeiten hat Dominik echt ganz gut Erfolg!

00:04:27: Doch in diesem Gespräch geht es immer wieder um etwas das mich fast noch mehr fasziniert hat als die Kunst selbst – nämlich seine Haltung dahinter.

00:04:36: Wir sprechen darüber warum er Bilder oft beginnt ohne zu wissen wohin sie führen Warum er davon überzeugt ist, dass man das Leben genauso wenig planen kann wie das Kunstwerk oder wie ein Kunstwerk und hierbei spielt auch einen Supermarktbesuch eine zentrale Rolle.

00:04:53: Und warum?

00:04:53: Ein Halblehrer Farbsprühdosenfund auf dem Heimweg von einer Party seinen Stil teilweise vielleicht noch stärker geprägt hat als mancher kunsthistorischer Texte.

00:05:05: Mich beeindruckt an Dominic Eine, die ich finde seltene Mischung aus Ernsthaftigkeit und Furchtlosigkeit.

00:05:13: Da ist jemand, der ein Kino mietet um einen selbst produzierten Film zu zeigen ohne zu wissen wie das Publikum reagieren wird.

00:05:20: Jemand, der sich seit Jahren mit Philosophie, Biologie, Politik und großen Fragen beschäftigt Und jemand der Kunst als seine oder eigentlich als unser aller Aufgabe versteht sich den wichtigen Dingen zu widmen.

00:05:35: Wir sprechen über Erfolg und Zweifel über Social Media und Kunstmarkt, über die Herausforderungen sichtbar zu werden ohne selbst irgendwie zur Marke zu werden.

00:05:46: Über die Freiheit in der Falz zu bleiben während die eigene Arbeit längst international unterwegs ist und über die Frage warum Kritik manchmal wertvoller sein kann als Lob.

00:05:57: Vor allem aber empfinde ich dieses Gespräch als eine Erinnerung daran dass künstlerische Arbeit so viel mehr ist als das Werk was wir erschaffen sondern Sie besteht aus Neugierde, Beharrlichkeit, aus Risikobereitschaft und der Bereitschaft immer wieder von vorne anzufangen.

00:06:16: Dies hier ist zwar ein Kunstpodcast aber sogar wenn man mit Kunst wenig zu tun haben sollte kann man sich von Dominic Schmidt etwas abschauen.

00:06:24: für jeden Weg den man geht finde ich und zwar einfach den Mut Dinge auszuprobieren die einen wirklich interessieren Dinge einfach zum Machen weil sie einen beschäftigen.

00:06:35: Ich wünsche euch Viel Freude beim Gespräch mit Dominik Schmidt.

00:06:40: Eingestiegen bin ich, wie jedes Mal mit einer Frage die nicht unbedingt auf der Hand liegt.

00:06:45: von Dominik Schmitt wollte ich wissen was für ihn Sicherheit bedeutet?

00:06:52: Ja das ist jetzt eine Frage mit der habe ich zugegebenermaßen gar nicht gerechnet.

00:06:56: aber ja also ich würde eigentlich fast sagen Sicherheit ist eine Art Wunsch.

00:07:06: Also es wäre schön, wenn die da wäre.

00:07:08: Aber in dem Beruf des Künstlers der Künstlerinnen glaube ich ist es auch ganz wichtig zu akzeptieren dass es sowas wie Sicherheit leider in keinem Bereich gibt.

00:07:19: also weder das sich in der Arbeit weiß was ich mache noch das ich weiß was von mir erwartet wird noch dass ich weiß Was ich selbst von mir erwarte noch dass Ich weiß ob das überhaupt vergütet wird.

00:07:32: am Ende Man muss schon damit klarkommen, dass man eigentlich jeden Tag in so einem luftbleeren Raum fällt und einfach mal guckt was man macht.

00:07:42: Und im Grunde am Ende alles passieren kann sei es jetzt in der Arbeit oder in der beruflichen Struktur, in der Bezahlungsstruktur die ja gar nicht vorhanden ist.

00:07:52: Ich frage aus einem ganz bestimmten Gründe weil das was du gerade sagst ist klar.

00:07:56: Das ist der Grund warum viele diesen Weg nicht gehen.

00:08:00: Du hast in einem Studium gesessen Du hast Biologie und Kunst studiert auf Lehramt.

00:08:06: Du warst kurz davor, als Lehrer anzufangen und hast dadurch also einen sehr sicheren Job.

00:08:13: eigentlich verbeamtet oder nicht ist das ein Job der im Augenblick gebraucht wird, der dir Sicherheit gegeben hätte.

00:08:22: und du entscheidest dich aber für die Kunst, für die freie Kunst.

00:08:26: Hast also Kurz vor der Zielgeraden bist du abgebogen.

00:08:31: Und da kamen mir einfach die Frage auf, hast du gar nicht in dir dieses Sicherheitsbedürfnis das so viele von uns haben und das so viel von uns abhält?

00:08:41: In die Kunst zu gehen.

00:08:42: Bist du so ein Freigeist und ich lebe mal an den Tag und schau mal von Natur her?

00:08:50: Eigentlich nicht!

00:08:50: Also offen gesagt ist der ganze Weg, den ich zurückgelegt habe eigentlich sogar Ganz taktisch durchgeplant gewesen.

00:09:02: Also mir war als Jugendlicher, als Kind immer schon klar dass ich irgendwas mit Kunst machen will.

00:09:07: Ich will irgendwas Kreatives machen.

00:09:10: Werbung, Designen Bilder malen mich selbst ausdrücken in irgendeiner Art und Weise.

00:09:16: also ich habe als Jugendliche viele Sachen ausprobiert.

00:09:19: Ich hab Comics gemacht, Videos Zeichentrickfilme gemacht für Bands, Logos entworfen und allerhand Visualisierungen in allen möglichen Bereichen gemacht.

00:09:31: Also mir war einfach ganz klar dass ich in irgendein kreativen Bereich gehen muss.

00:09:36: das ist einfach mein Ding.

00:09:39: aber meinen Verständnis von Kunst war halt von Anfang an in diesem ganzen Dschungel sozusagen so bisher verwirrt weil ich mir immer die Frage gestellt habe Kunst muss frei sein, damit sie stark ist.

00:09:54: Damit sie gut ist.

00:09:55: aber wenn ich auf dem Kunstmarkt Teilnehmer bin dort quasi arbeite meine Sachen verkaufe dann kann die Kunst ja nicht frei sein weil sie ja immer vom Markt abhängig ist und Märkte funktionieren immer nach ganz klaren Regeln.

00:10:12: Die Kunst muss sich hier aber aus diesen Regeln raushalten.

00:10:14: das habe ich als Jugendlicher sehr ernst genommen, aber nicht so richtig verstanden wie das dann funktionieren soll.

00:10:21: Also ist das was wir als Kunst bezeichnen?

00:10:23: Was ich in der Monopole von vorne bis hinten lese... Ist es überhaupt Kunst oder ist es einfach Kunstmarkt?

00:10:28: Das ist eine ganz andere Sache.

00:10:29: findet die Kunst nach ihren eigenen Regeln wo ganz anders statt?

00:10:34: und deswegen war für mich klar dass dieser Bereich mein Ziel ist aber dass ich ein Unterbau brauche um zu diesem Ziel zu kommen also dass sich sozusagen im Beruf brauche, der mir meine Existenz sichert damit ich das was für meine existenz nicht verantwortlich sein kann nämlich kunst weil ich auch dem nachgehen will Was in mir vorgeht.

00:11:01: Auch wenn es absolut unverkäuflich eklig problematisch ist.

00:11:06: Also wie kann Ich das machen?

00:11:07: dass die sache gestützt ist und deswegen war Für mich halt klar ich gehen Die schule weil mir Kunst sehr viel gegeben hat, also mir war auch einfach wichtig das weitergeben zu können.

00:11:18: Es hat mir auch immer Spaß gemacht es weiterzugeben und genau dass sozusagen als mein Brot erwerb zu haben die Weitergabe dessen was ich in Kunst verstanden habe und die eigentliche Kunst, die mir extrem wichtig war schon immer, die halt sozusagen unberührt von Druck meine Miete zu bezahlen zu lassen und möglichst frei in der Kunst zu arbeiten.

00:11:46: Und deswegen bin ich eben genau diesen Weg gegangen, aber während im Studium habe ich mich schon stark bemüht mit Galerien in Kontakt zu kommen auf dem Markt dann letztendlich Fuss zu fassen und halt eben zu schauen kann ich mit dem was ich mache ohne mich anzupassen irgendwo landen.

00:12:08: Das hat dann relativ schnell funktioniert und von daher waren für Kriterien erfüllt.

00:12:13: Also ich hatte quasi eine Ausbildung, um notfalls ja zurück in einen Brotjob zu gehen und ich hatte auf der anderen Seite eben ein Zugang zum Kunstmarkt allerdings mit dem was ich machen will ohne mich anzupassen.

00:12:31: Und genau von daher habe ich mich damals gefühlt wie so ne Spinne die quasi ihre Füße in allen möglichen Bereichen drin hat und den Bereich Kunst, den Bereich malen das, was ich eigentlich liebe in denen.

00:12:46: auf den habe ich eben meinen Fokus gelegt.

00:12:48: Das heißt du bist dann gar nicht so wie es sich für mich anfühlte ins kalte Wasser gesprungen sondern du hast ja schon den Weg ein bisschen bereitet durch deine Kontakte mit den Galerien und bist gar nicht in die totale Unsicherheit gesprung, sondern hast schon einzelne Anker gehabt.

00:13:08: Verstehe ich das richtig?

00:13:09: Richtig, ja.

00:13:10: Also es war unterm Strich alles dann doch sehr überlegt.

00:13:14: Ich bin in vielen Bereichen sehr chaotisch aber genau in dem Bereich war ich damals sehr klar.

00:13:21: Und ich hatte damals auch eine Diskussion mit einer Galeristin die sich überlegt hat damit mir zusammen zu arbeiten.

00:13:27: und als ich erzählt habe dass ich Lehramt studiere, hatte das als ... wie war das damals?

00:13:36: nicht mutig oder ängstlich oder falsch bezeichnet, weil ich sozusagen nicht alles auf die Kunst konzentriert habe.

00:13:44: Meine Antwort darauf war aber dass ich es auf der anderen Seite feige finde das was man liebt für sich arbeiten zu lassen.

00:13:51: also Ich will letzten Endes und Das ist mein allerwichtigstes Ding Dass ich in der kunsten machen kann Was ich fühle weil nur das sozusagen das Beste ist was ich zu geben hab Und in dem Moment, in dem ich mich an den Markt anpassen muss oder irgendwelche Trends und Strukturen mitgehen muss ist Kunst nicht mehr Kunst.

00:14:12: Ist Kunst wie Jonathan Mese so schön sagt System Illustration?

00:14:17: Es ist halt sozusagen ein Kommentar zu etwas.

00:14:24: Also es verliert seinen Kern.

00:14:27: Das war mir immer wichtig das zu erhalten.

00:14:29: Das witzig dass du Jonathan Mase gerade erwähnst, weil ich habe ihn mal gefragt ob denn der permanente Einsatz von irgendwelchen Dildos in seinen Installationen.

00:14:40: Ob das nicht irgendwie auch ganz schön ist?

00:14:42: Weil es auf dem Markt halt ganz gut ankommt.

00:14:44: und da sagt er ja klar

00:14:47: Ja.

00:14:49: Aber dann lass uns doch mal bitte bevor wir noch einmal zurückgehen in Deiner eigenen in deinem eigenen Weg anschauen, was du da eben gesagt hast dass die Kunst ja frei sein muss.

00:15:00: Dass die Kunst das du die Kunst machen möchtest... ...die du machen möchst und das andererseits der Markt seine Regeln hat ist das ein Zufall bei dir?

00:15:12: Das es gerade mal so ineinander geht?

00:15:17: Also ich muss zu einem Satz vorher noch etwas sagen und zwar das ist gar nicht auch... Ich weiß nicht ob ich es vollen so ausgedrückt habe aber dass es auch gar nicht darum geht, die Kunst zu machen wie ich möchte sondern die einfach sozusagen naturgemäß aus mir rauskommt.

00:15:32: Also ich verstehe das auch so bis so, wie man durchs Leben läuft als Mensch und ganz viele Dinge von außen auf einen drauf prasseln und man sozusagen als künstlerisch schaffender Mensch sozusagen einfach nur selektiv Dinge durch sich durchlässt entlässt sozusagen.

00:15:56: Und da ist es mir auch ganz oft sehr wichtig, dass ich dieses Wollen so ein Stück weit raus lasse.

00:16:02: Also das sind ganz oft Sachen oder Ideen die zu mir kommen und bei denen ich das Gefühl habe gar keine andere Wahl zu haben als irgendwie zu visualisieren.

00:16:14: Ist das nicht das Gleiche?

00:16:15: Also, so empfinde ich es auch.

00:16:17: Es kommen Themen auf mich die müssen dann verarbeitet werden aber dass ist schon das was ich machen möchte.

00:16:23: warum setzt du das gleich?

00:16:24: Ich würde sagen es ist der Kanal den ich öffnen möchte.

00:16:28: Aber die Dinge die von außen kommen ob ich das will oder nicht und dieses Gefühl des Ausdrücken zu wollen da habe nicht den Eindruck, dass ich da eine Kontrolle drüber habe oder das es mit einem wollen zu tun hat sondern dass ist eher so ne Art ja müssen eigentlich isst.

00:16:46: Verstehe Ja.

00:16:49: Aber wenn du jetzt dann da die Marktmechanismen rein bringst Die Regeln des Marktes wie Du gesagt hast Du bist sehr erfolgreich.

00:16:57: Du zeigst deine Kunst an Stellen Da träumen andere von Und du machst die Kunst die du machen musst.

00:17:04: Wie du sagst Ist das ein glücklicher Zufall, dass es übereinstimmt?

00:17:08: Dass der Markt jetzt gerade mal sagt die Sachen von Dominik Schmidt passen uns ganz gut rein.

00:17:13: Oder worin siehst du?

00:17:16: oder warum klappt es bei dir?

00:17:18: Das ist eine gute Frage ehrlich gesagt auch nicht so richtig aber wichtig bei der ganzen Sache ist mir auf jeden Fall ja es funktioniert gut ich bekomme viele gute Rückmeldungen Aber ich bekommen und das finde ich ein stückweit gut, beruflich und bezogen auf Sicherheit ein Stück weit problematisch manchmal.

00:17:42: Ich bekomme oft auch Zuspruch und Komplimente von Leuten die aber mir gleichzeitig rückmelden dass sie ihr Leben mit Bildern die so kritisch sind nicht permanent verbringen könnten.

00:17:54: also die dann sagen ich finde es ganz ganz toll das berührt mich ich schaue mir das gerne an und ich lasse mich gerne auf die Stimmung ein Aber mich mit so einem bild täglich zu umgeben so einen bild zu kaufen wäre schwierig.

00:18:06: Also mein Publikum ist auf jeden Fall da und es gibt viele Leute, die das kaufen.

00:18:10: aber ich merke auch Es gibt viele, die da auch auf eine Art und Weise berührt sind dass sie ja das eher wie so ne Art kulturellen Ausflug oder so eine Selbstreflexion sehen da vielleicht sich mit den Bildern auseinander zu setzen Aber das nicht täglich können.

00:18:29: Was ich aber letzten Endes auch wiederum gut finde weil Ich habe mich gerade weil ich aus einem Elternhaus komme, dass ja kulturmäßig also... Ich komme aus einer Arbeiterfamilie.

00:18:44: Es ist keine reiche KulturfamILie gewesen und gerade deswegen habe ich halt oft mir Gedanken darüber gemacht was Kunst denn überhaupt ist?

00:18:54: Ist Kunst das schöne Bild, das an der Wand hängt, dass sich irgendjemand für viel Geld gekauft hat?

00:18:58: oder ist Kunst das, was man irgendwo sieht und was einem nicht mehr loslässt, was einem berührt beschäftigt und was letzten Endes auch etwas in einem verändert.

00:19:08: Und ich bin auf den Schluss gekommen, dass die zweite Sache eben der Kern von Kunst ist.

00:19:20: In dem Zusammenhang habe ich oft gedacht, ich möchte keine Bilder malen wie American Pie wo man drüber lachen kann und das vielleicht als jugendlicher Mensch lustig findet und eine Emotion mit nach Hause nimmt, die man schnell vergessen hat.

00:19:38: Ich würde lieber Bilder malen wie Filme von Lars von Trier oder Adams Elbphil, so dänische Sachen, die einem einfach im Kopf bleiben, wo man sozusagen danach einen Zustand der Verwirrtheit hat, der einem weiter beschäftigt eher dazu führt, dass man über Dinge nachdenkt und reflektiert.

00:20:04: Dinge vielleicht aus einem anderen Blickwinkel sieht?

00:20:09: Das gelingt dir!

00:20:10: Also ich kann dir das nur sagen wie ich die Sache aufgenommen habe.

00:20:14: Ich bin sehr reingesogen worden in deine Bilder.

00:20:17: Ich hab sie hier auf der Art Karlsruhe das erste Mal live von den Farben sozusagen gesehen Und das gelingt ihr, das bleibt im Kopf es zieht ein rein.

00:20:26: Ich wollte dann schon weitergehen musste noch mal zurück und nochmal gucken und nochmal überlegen

00:20:31: Ja perfekt

00:20:33: Dann lass uns doch mal zurückgehen.

00:20:35: Du hast dein Elternhaus erwähnt, eine Arbeiterfamilie.

00:20:39: Wie ist denn dann die Kunst zu dir gekommen überhaupt als kleiner Dominik?

00:20:45: Also ich habe immer schon über Bilder kommuniziert Ich hab immer schon den ganzen Tag eigentlich gemalt Gezeichnet mich mit Malen und Zeichen auch beruhigt so ein Stück weit Und mein Eltern ist es einfach aufgefallen dass da mehr Schuwendung zu Stift- und Papier ist, als sie das anscheinend von anderen Kindern gewohnt waren.

00:21:11: Mein Vater hat in der Papierfabrik gearbeitet, den Supportpapier und so Sachen hergestellt und deswegen hat er mir immer Papier mitgebracht.

00:21:21: ich habe es immer voll gekritzelt von vorne bis hinten und dann musste quasi der nächste Block her und So hat sich das bei mir über die Jahre einfach verfestigt.

00:21:29: meine Mutter hat dann, als ich schon auf dem Gymnasium war später, mich auf Ausstellungen gezerrt.

00:21:39: Mich hat das am Anfang gar nicht so interessiert.

00:21:42: Also ich war da viel mehr in meiner eigenen Sache drin, als in dem Gucken was andere machen.

00:21:48: Ich habe da auch am Anfang keinen Zugang so richtig dazugehabt und gar keinen Sinn so richtig drin gesehen.

00:21:54: Und es hat auch noch mal ein paar Jahre gedauert bis ich dann letzten Endes eigentlich gecheckt hab dass es auch cool sein kann mal zu gucken, was andere so machen als sich immer nur in seine eigenen Zucker zu drehen.

00:22:04: So hat sich das dann eigentlich über meine Kindheit und die Schulzeit mehr und mehr einfach zu einem roten Fadenentwickel.

00:22:14: Also egal, was ich gemacht habe, ob es jetzt Sport war... Ich hab zwischendrin auch eine längere Zeit Musik gemacht, Gitarre gespielt, hatte ne Band und also künstlerischer Ausdruck.

00:22:28: Alles was mit Visualisierung zu tun hat, war eigentlich immer da und von daher war dann nach der Schulzeit der Gedanke auch ganz klar.

00:22:38: Es ist völlig egal was ich mache es muss irgendwas kreatives sein.

00:22:43: Was hast du denn als kleiner Junge gezeichnet?

00:22:45: Was war denn da so dein roter Faden?

00:22:47: Und ich erinnere mich dass ich in irgendeinem Text gelesen habe das Du als Kind schon eine Sammlung von Zeichnungen angelegt hast!

00:22:56: Was verstehe ich darunter?

00:22:58: Also ich war immer schon sehr interessiert an Naturwissenschaften.

00:23:02: Ich war so ein ganz typisches Dinosaurier-Fankind, habe alle mögliche Namen von allen möglichen Dinosauern gekannt und hatte damals solche... man hatte früher solche Notizbücher oder solche Terminkalender Bücher Und die habe ich ja von meinen Eltern auch immer bekommen und die einfach von vorn bis hinten vollgegritzelt wie so ein Biologiebuch.

00:23:30: Also meine Mutter war es wichtig, dass wir mit Büchern in die Berührung kommen als kleine Kinder schon.

00:23:36: Deswegen waren wir oft in der Bibliothek, haben uns dort Bücher ausleihen dürfen und irgendwann ist das bei mir dann ganz stark gekippt, dass es keine Lesebücher mehr waren sondern dass es einfach Sachbüche waren, wissenschaftliche Bücher über Garten über Teich, über Flüsse.

00:23:52: Über alles Mögliche was unsere Flora und Fauna in der Region hier so hergibt.

00:23:58: Und ich habe dann einfach angefangen mehr und mehr die Abbildungen abzuzeichnen auch die Querschnitte Die geöffneten Insekten und Tiere mit den ganzen Organen abzuteichen.

00:24:09: Ich hatte es einfach wahnsinnig fasziniert Wahnsinnig gefesselt wie Natur funktioniert.

00:24:13: das ist irgendwie alles.

00:24:15: ähnlich ist dass wir alle so eine Art Herz irgendwo haben und dass wir alle irgendwie Blut in unserem Körper als Transportmittel durch die Gegend pumpen müssen, ob es jetzt ein Insekt ist.

00:24:28: Das natürlich kein Blut hat.

00:24:29: aber also die Mechanismen sind so ähnlich.

00:24:34: ich fand das wahnsinnig faszinierend und das hat mich extrem gefesselt.

00:24:38: Ich hatte eine Zeit lang auch einen kleinen Wissenschaftskoffer den ich dann immer mit mir rumgetragen habe.

00:24:42: da war ein kleines Mikroskop drin und dann hab' ich immer Sachen abgezeichnet Und so hat sich quasi dieses Künstlerische mit dem Interesse für Naturwissenschaft und Biologie verbunden.

00:24:55: Ich habe das aber als Kind noch nicht so richtig kapiert, dass es auch auf längere Sicht in einem größeren Rahmen eben eine starke Verbindung sein kann.

00:25:04: Das kam dann letzten Endes eigentlich erst durch das Studium.

00:25:10: Es ist ja immer noch sichtbar in deinen Werken genau diese Faszination.

00:25:14: Die kommt ja total rüber!

00:25:17: Also eigentlich ist der zentrale Punkt, der mich eben beschäftigt.

00:25:22: Die Frage nach Wahrheit, die Frage nach dem Zusammenhängen.

00:25:27: also im Grunde ist unser ganzes Leben von ja zusammenhängen und verschiedenen Faktoren, die sich gegenseitig bedingen abhängig.

00:25:38: und dieses Netz dieser ganze Durcheinander Überschaubarkeit, der wir sozusagen tagtäglich gegenüberstehen.

00:25:51: Die auch einfach überwältigend ist die auch dazu führt dass Leute so überweltigt sind das sie sich andere Lösungen suchen wie Esoterik oder Religion weil Sie diese Komplexität der wir gegenüber stehen halt nicht verstehen nicht einordnen können was auch absolut verständlich ist.

00:26:12: Das fand ich immer schon Ja, wahnsinnig interessant.

00:26:16: Hat dir das... Also ich stelle mir jetzt gerade vor wenn dich das früher schon so begeistert hat diese Komplexität, diese Unmenge an Zusammenhängen.

00:26:28: Hat dich das ja offensichtlich fasziniert?

00:26:32: Gabs eine Phase da hatt ihr das auch Angst gemacht?

00:26:35: Ich denke grade an diese gewisse Düsterheit in vielen oder in deinen Bildern auch in der Farbgebung und so.

00:26:43: Kommt das daher oder überinterpretiere ich da gerade ein bisschen?

00:26:48: Ja, schon.

00:26:48: Also letztendlich ist es ja eine Art Fatalismus.

00:26:50: wenn man sich mit Biologie und Wissenschaft ernsthaft auseinandersetzt Wenn man der ganzen Sache auch Vertrauen schenkt dann kommt am Ende eben ein sehr nüchternes Bild dabei raus Wir werden alle sterben keiner von uns wird diese Sache hier überleben.

00:27:11: Und diese paar Jahre, die wir haben im Kontrast zu dem was der ganze Planet des Sonnensystems XYZ all das, was wir normalerweise aus unserem Alltag ausklammern.

00:27:23: Was da dahinter steckt, dass ist eben schon... Die Erkenntnis dessen würde ich jetzt sagen, die ist schon erdrückend.

00:27:31: Also es ist halt irgendwann vorbei und es gibt auch kein zurück.

00:27:34: und meine Bilder sollen bei aller Ironie allen flachen Wortwitzen eben auch immer daran erinnern.

00:27:43: Wir sind Wesen auf einem Planeten, die durch verstiegene Stoffwechselprodukte Dinge aus der Umwelt aufnehmen, das innerlich wie in so einer Dampflok verbrennen und dann in Bewegung umsetzen – ja und es war's eben!

00:27:58: Und solche Fragen wie zum Beispiel ob es einen freien Willen gibt?

00:28:02: Ob wir wirklich Dinge entscheiden oder ob wir einfach das Produkt unserer Umwelt und der Dinge sind, die uns umgeben finde ich eben sind wahnsinnig starke Fragen, die ja jeden Mensch auch selbst weiterbringen können in der Erkenntnis der Umwelt und auch sich selbst gegenüber.

00:28:23: Und gerade wenn es dann um Kunst geht, um sowas Philosophisches, um so eine Möglichkeit über Unbewusstes in sich selbst rumzugraben.

00:28:34: also finde kann ich gar nicht richtig nachvollziehen, wie man sich als kreativer Mensch da noch an irgendeiner Oberfläche aufhalten kann.

00:28:45: Also ich finde einfach das gehört für die Kunst auch einfach dazu diese Erkenntnis, die wir halt von der Welt haben dieses Paradigma eben eigentlich in allem irgendwo wiederzuspiegeln.

00:28:55: oder zumindest mal.

00:28:56: für mich ist es so eine... also ich empfinde es halt meine Aufgabe dieser Erkenntnisse in vielen Schnipseln meiner Arbeit aufblitzen zu lassen Weil eben auch vieles bedingt und eben immer da ist.

00:29:13: Jetzt kann man diese ganzen Themen ja in einer Milliarde von Möglichkeiten ausdrücken, wie bist du denn zu deiner Sprache gekommen?

00:29:23: Warum malst du so, wie du malst, warum malst Du überhaupt und machst nicht keine Ahnung Textiles oder Installationen oder was auch immer... Ich hab irgendwo gelesen, dass da dieses Bild war selbst geburt und das dir eine ... Ja.

00:29:41: Da ging dir ein Kronleuchter auf irgendwie.

00:29:43: Kannst du das beschreiben?

00:29:44: Was du da gespürt hast, was ging da in dir vor?

00:29:48: Und warum war's das dann für dich?

00:29:51: Naja, es war eigentlich muss man sagen so eine Art Albrecht-Dürer Moment.

00:29:55: Also ich habe eben mich lange um ganz viele philosophische Fragen gedreht.

00:29:59: Ich hatte aber zugegebenermaßen keine Ahnung von Philosophie.

00:30:03: Ich hab auch keine Philosophies studiert und habe mich trotzdem immer und immer wieder um solche Fragen gedreht.

00:30:09: Hab dann im Studium irgendwann angefangen nicht selbst noch mit Philosophien zu beschäftigen und dann versucht halt immer tiefer da da reinzugehen.

00:30:22: Da habe ich gerade den Faden verloren, die Frage von dir waren noch mal welche.

00:30:26: Wie dieser Moment war?

00:30:30: Genau genau ja.

00:30:31: also ich hab mich ganz lange um viele philosophische Themen gedreht und versucht sozusagen die Welt um mich herum zu begreifen.

00:30:41: aber der wichtigste Baustein dabei hat mir eben lange gefehlt Und das war ich selbst.

00:30:48: Das ist mir irgendwann klar geworden und hat sich dann letztlich auch geäußert in dem Bild Selbstgeburt, indem ich sozusagen auch selbst dargestellt bin.

00:30:57: Ich habe mich nackt gezeichnet wie so eine Biologie-Puppe mit geöffneten Körper.

00:31:04: Erst mal die nackte Darstellung.

00:31:06: Die war schon ziemlich nah an der Realität.

00:31:09: Also das war schonmal einfach ein krasses Gefühl, nack auf einer Ausstellung zu hängen.

00:31:17: Aber es war halt eben auch genau das, was ich letztlich damit wollte.

00:31:22: Also für mich die Erfahrung, mich selbst in den Mittelpunkt zu rücken nicht aus einer Art Selbstüberhöhung oder aus so einem authentischen Punkt heraus.

00:31:41: Jeder Mensch auf der Welt hat eben in erster Instanz nur sich durch den oder den eigenen Körper das eigene Bewusstsein, durch den man die Welt wahrnimmt.

00:31:53: Von daher ist halt jede Kunst, die gemacht wird immer in Verbindung mit der Person diese halt geschaffen hat und der dem Kontext, indem die Person jeweilige Person eben steht sei es jetzt geografisch oder sozial oder religiös.

00:32:12: Und die Erkenntnis war für mich letztendlich für meinen Kunstverständnis auch extrem wichtig.

00:32:18: Deswegen war das Bild selbst geburt damals eben so eine Art Wendepunkt, dass mir halt klar geworden ist okay es gibt viele Themen, die mich beschäftigen aber diese Themen können und dürfen durchaus ganz persönlich behandelt werden.

00:32:38: Also ich muss mir selbst sozusagen keinen Vorwurf machen, wenn ich keine Ahnung beim... mit dem Nagelzwick er mir in den Finger schneide und mich das einen Tag lang beschäftigt.

00:32:49: und nicht dass zum Beispiel als Thema nehmen sondern es kann in dem Moment sogar viel stärker werden weil es ein persönliches Thema ist und weil ich das dann eben anders behandle als ein Thema das mir persönlich ferner ist.

00:33:01: Und dieser Fokus sich auf Themen zu konzentrieren, die mich selbst bedingen, begrenzen, ausmachen, interessieren.

00:33:12: Das war für mich extrem wichtig.

00:33:16: Heißt es dann auch dass ich Bilder wandeln im Laufe der Arbeit?

00:33:21: Dass du eine Idee hast was da entsteht?

00:33:23: und dann kommt der Nagelzwicker und das ganze Thema wird völlig anders

00:33:28: Richtig.

00:33:29: Das Leben verändert sich, es ist ja nicht mehr möglich im Grunde genau zu planen wie ich in den Supermarkt gehe und Lebensmittel einkaufe weil vielleicht bekomme ich an der Einstelle.

00:33:42: kein Parkplatz muss zum anderen supermarkt fahren.

00:33:45: Vielleicht gibt's eine Produkt nicht oder das ist was anderes im Angebot oder oder oder.

00:33:49: Und das sind halt so viele Kleinigkeiten und die kommen im alltäglichen leben überall auch uns zu.

00:33:56: Und was ich halt persönlich ganz wichtig finde, ist dass sich die Dinge ineinander wiederholen und abbilden.

00:34:02: Also weil dieselben oder ähnliche Mechanismen ja überall auftauchen und beim Kunstmachen es eben genauso.

00:34:09: Ich kann mir jetzt zum Beispiel eine Skizze machen und kann sie abarbeiten.

00:34:13: dann habe ich diesen einen Moment quasi festgehalten indem ich diese Skizse erstellt hab und in dem das in mir drin war und aus mir raus gekommen ist.

00:34:23: aber alles andere arbeite ich eben stumpf ab.

00:34:26: Und in dem Moment, in dem ich quasi jeden Tag eigentlich alles offen lasse kann jeder Tag und jede Emotion und alles was mir vorgeht.

00:34:34: Und jede Verbesserung eben auch letztlich den Weg auf die Leinwand finden.

00:34:40: Das ist mir ganz wichtig.

00:34:41: das Kunst nicht so eine Art Handwerksstück ist dass man so abarbeitet sondern das Kunst eben was Organisches ist, das jeden Tag lebt, dessen jedem Pinselstrich lebt.

00:34:53: Jeder Pinsel Strich was Lebendiges ist nichts, dass ich jetzt einfach so abarbeite.

00:35:00: Und das natürlich auch wieder völlig individuell.

00:35:04: aber für mich ist es auch ein Punkt der meine eigene Arbeit in die Erfahrung mit meiner eigenen Arbeit viel spannender macht.

00:35:12: also ich habe nie diesen dieses Gefühl.

00:35:15: Ich gehe heute ins Atelier und heute langweilig weil heut mache ich Die rechte Hand und es dauert dann wieder zwei Stunden Das weiß ich ziemlich genau und danach trinke ich einen Kaffee.

00:35:23: Nee, ich gehe halt immer ins Atelier und weiß gar nicht was da passiert.

00:35:26: Also es kann auch sein dass die drei Gesichter in denen ich jetzt zwei Wochen lang rumgemalt habe das ich die heute dann alle wieder übermalen.

00:35:33: Und das Verrückte ist wenn so eine Entscheidung getroffen ist um etwas zu zerstören, dann hatte ich bisher noch nie das Gefühl, dass die Entscheidung falsch war.

00:35:45: also es war immer richtig auch Dinge wegzunehmen.

00:35:48: Auch Dinge die vor ein paar Tagen entstanden sind die ich damals noch gut fand, heute wieder zu zerstören.

00:35:56: Zum Zweck etwas zu verbessern oder einfach eine neue Idee, ne neue Sichtweise wiederzuzulassen.

00:36:02: Das

00:36:03: ist Teil des Lebens und das auch Dinge zerstören ja?

00:36:06: Genau deswegen das wünsche ich mir dass meine Kunst eben genauso organisch passiert würde ich fast schon sagen wie das Leben.

00:36:15: Es ist spannend, dass du das Thema Handwerk gerade ansprichst.

00:36:17: Weil es war in der letzten Episode Kunst und Handwerk.

00:36:20: Und jetzt aber auch für deine Kunst.

00:36:24: Du arbeitest realistisch zum Teil.

00:36:28: Da kommt noch die Wissenschaft mit rein.

00:36:31: Du brauchst eine Menge Handwerk auch ohne gutes Handwerk während deiner Bilder nicht so wie sie sind!

00:36:36: Wie arbeiteste denn?

00:36:37: Arbeitest du parallel an mehreren Werken oder hast du bei den großen Arbeiten

00:36:42: z.B.?

00:36:44: Fängst du eins an und führst es zu Ende?

00:36:48: Also, es gibt kein Schema für alle Bilder.

00:36:50: Sondern ich behandle jedes Bild, könnte man ganz kitschig sagen so wie es eben das Bild braucht.

00:36:58: Und das endet eben oder resultiert letztendlich darin dass es Bilder gibt die ja relativ groß sind, die ich in zwei drei Tagen fast fertig habe also eine längere Leitung, was zur Friedenheit anbetrifft.

00:37:17: Also die müssen dann schon noch ne Weile stehen.

00:37:19: und wenn ich dann irgendwie so zwei drei vier Wochen merke dass mir da nichts mehr zu einfällt und das es sich dann immer noch fertig und richtig anfühlt Dann darf auch mal die Firmness drauf.

00:37:28: und dann ist die

00:37:30: Zwischenfrage Wenn du sagst ein relativ großes Bild in zwei Tagen Ich meine du arbeitest riesig Was heißt denn für dich relativ groß?

00:37:39: also ich habe jetzt eher so einen hundert Meter mal achtzig gedacht.

00:37:43: Also, weil das wäre jetzt schon relativ groß für mich innerhalb von zwei Tagen.

00:37:47: Aber es gibt es halt manchmal, dass es einfach wie so ein Ausbruch ist und dann spüre ich einfach mehr oder weniger oder sehe was da hin muss.

00:37:59: Und dann mache ich das einfach und verstehe das auch manchmal gar nicht so richtig.

00:38:03: also lasst es einfach zu, lass alles aus mir raus und dann ist da plötzlich ein Bild und dann ergeben sich manchmal noch so ein paar Verbindungen und so ein Paar Details.

00:38:12: aber Ja, das große und ganze ist vielleicht relativ schnell auf dem Bild.

00:38:18: Aber es ist dann trotzdem noch so ein Prozess von paar Wochen in denen ich das Bild einfach in meiner Nähe brauche um zu gucken ob sich das dann auch auf längere Zeit kontinuierlich richtig und fertig anfühlt.

00:38:32: Gleichzeitig gibt's andere Bilder.

00:38:34: Ich habe jetzt gerade vor ein paar Tagen wieder ein Bild fertig gemacht mit dem ich im Jahr-Zweißen-Zwei-Tausend-Zwanzig angefangen habe.

00:38:46: Aber ich war im Jahrzehnt und zwanzig, würde ich jetzt mal sagen eigentlich fast schon zu fünfe und neunzig Prozent fertig.

00:38:53: aber für die letzten fünf Prozent hat es letztlich einfach nur mal fast ja zweieinhalb drei Jahre gebraucht bis sich dieses Gefühl hatte okay da ist jetzt ein Punkt zentriert von den.

00:39:11: also es gibt es gibt einen Detailzentrum sozusagen Und drumherum nehmen die Details so ein bisschen ab und entspannen sich das Ganze so ein bissel.

00:39:21: Ich habe dann doch länger gebraucht, um mich daran zu gewöhnen.

00:39:27: Das passt irgendwie trotz des vorher schon oft Leute im Atelier waren, die gesagt haben, euer ist ja fertig!

00:39:35: Aber für mich hat es sich erst später angefühlt.

00:39:39: Es ist individuell.

00:39:40: Das kann ich nachvollziehen.

00:39:43: Wenn ich das richtig verstanden habe, machst du keine Skizzen eines Bildes vorher, sondern du fängst an und hast gesagt, du verstehst teilweise gar nicht warum manche Sachen so machst ist auch der Grund.

00:39:56: Ich hab mir natürlich Reels und so weiter angeschaut.

00:39:58: Du fängste immer erst mit Spritzen und rüberschmeißen und draufklexen und da, also einfach auf die weiße Leinwand zu brechen sag ich's mal.

00:40:10: Und daraus entstehen dann deine Ideen?

00:40:12: Ist das so richtig?

00:40:18: Nein!

00:40:18: Also es gibt tatsächlich auch da unterschiedliche Anfänge.

00:40:24: Ich hab manchmal Ideen, die mich einfach umsetze oder beziehungsweise anfange ob ich im Endeffekt bei dem was an Idee gehabt habe, dann auch wirklich rauskomme.

00:40:38: Das ist eigentlich fast Niederfall.

00:40:40: aber ich hab manchmal halt konkretere Ansatzpunkte und dann genau schmier' ich aber auch erstmal bis auf der Leinwand rum mach mir einfach so eine Art Unterlage von der ich ausgehen kann und arbeite mich dann Stück für Stück vor.

00:40:57: Und manchmal ist es so dass ich gar keine Idee hab und einfach anfangen Und dann mal gucken, was letztendlich dabei rauskommt.

00:41:04: Wobei man sagen muss, dass es mittlerweile schon auch Bilder gibt für die ich tatsächlich sogar Skizzen anfertig vorher.

00:41:13: Also das ist auch so ein Punkt.

00:41:14: Das war die letzten Jahre ... War das nie so?

00:41:17: Da hab' ich einfach alles auf der Leinwand passieren lassen.

00:41:21: Mittlerweile ist es manchmal so, dass ich aus meinen eigenen Fehlern lerne und dann halt eben schon gemerkt habe, okay... handwerklich eben für einen Kopf aufgewendet, der jetzt aber eigentlich an einer Stelle ist wo er vielleicht um zehn, zwanzig Zentimeter verrücken müsste und dann fällt es manchmal natürlich schwer das wieder zurückzunehmen.

00:41:50: Manchmal mache ich's nicht, aber ich verliere halt einfach Zeit dadurch und das ist halt so ein Punkt dass ich mir mittlerweile vorher Ja, Kompositionsskizzen machen.

00:42:02: Um halt besser einen Blick dafür zu haben wo die Elemente sein müssen ohne direkt schon zu benennen welche Elemente ist im Sinn?

00:42:11: Also es ist vielleicht sogar so eine Art Abstrakter... Der Anfang ist abstrakter mittlerweile.

00:42:20: Jetzt ist eine Sache die ich nicht verstehe!

00:42:23: Du hast beschrieben wie deine Kunst entsteht.

00:42:26: du hast diese Parallelität zum Leben gezogen, dass alles nicht planbar ist.

00:42:33: Ich fand diesen Vergleich mit dem Supermarkt-Einkauf, fand ich total toll!

00:42:36: Der bleibt sicherlich hängen – das merke ich jetzt schon, es ist ja wirklich gar nichts planbar.

00:42:41: Verrückt ja... Warum hast du dann eine so enge Farbpalette?

00:42:48: Warum nutzt du nicht jede Farbe des Regenbogens wenn es denn alles so unplanbar und so weiter

00:42:56: ist?!

00:43:00: Ja, also das ist im Grunde genommen oder meine Farbpalette ist letztendlich auch ein Produkt könnte man sagen aus dem Opportunismus in dem ich das erstellen von Bildern lebt wenn man so will.

00:43:18: Also ich habe zum Beispiel im Studium angefangen mit Sprühfarben zu arbeiten aber nicht weil ich aktiv gedacht hab es könnten gute Idee sein jetzt Sprühfragen mir zu kaufen und mit dem zu arbeiten, sondern ich habe auf einer Baustelle um die Ecke nachts auf dem Heimweg von der Party ein paar halb leere Dosen gefunden.

00:43:39: Dann habt ihr einfach mitgenommen.

00:43:40: Ich hab damit einfach angefangen Und letzten Endes hat sich das in dem was ich heute mache auch sofort gesetzt.

00:43:47: also es gibt so ein paar Farben Die einfach da sind die ich einfach benutzt Es gibt so einen paar Zwischenstufen die ich manchmal misch und letzten endes setzt sich Das arbeiten an den Bildern immer aus dem zusammen, was gerade so im Atelier greifbar ist.

00:44:03: Also ganz oft ist es auch gar keine so bewusste Entscheidung sondern eher so ein... Ich greife das nächste, was in der Nähe ist, das passt irgendwie und dann baue ich den Rest sozusagen drum rum auf.

00:44:18: Andererseits ist es dann anderer Stelle eben auch wieder so dass sich zum Beispiel jetzt gerade aktuell von den Sprühfarben weg gehe genau aus dem Grund, den du genannt hast.

00:44:28: Weil es eben keine Zwischenstufen und keine komplex gemischten Farben die vielleicht ein bisschen lebendiger wirken gibt was mich selbst bei manchen Bildern auch stört.

00:44:39: mittlerweile bei anderen Bildern finde ich's auch gut dass sie in so einer ganz klaren Grundstruktur bleiben auch durch die Farbkomposition.

00:44:46: also ich habe mich in den letzten Jahren auch viel mit Farb Komposition auseinandergesetzt, auch weil ich das Gefühl hatte, dass meine früheren Bilder da einfach eine Schwachstelle haben.

00:44:56: Also ich habe auch den permanenten Willen, das sozusagen nach meinen eigenen Parametern was ich mache immer und immer wieder zu verbessern.

00:45:05: Und das beispielsweise die Konzentration auf einzelne Farben oder auf bestimmte Farbpalette, die hinterfrage ich auch.

00:45:18: Nicht auch mit dem Wiedererkennungswert zu tun und dieser Marke Dominik Schmidt, die inzwischen entstanden ist.

00:45:26: Also dass du dadurch auch festgelegt bist?

00:45:27: Du könntest doch jetzt nicht orange-blau und gelb nehmen!

00:45:30: In einem Bild.

00:45:31: Orang, blau... ...gelb... wie man Blau durch Lila ersetzt hätte ich das gerade.

00:45:39: Ich habe gerade so eine Reihe an ganz vielen kleinen Bildern an dem ich mich ausprobier, was die Reduktion von Motiven betrifft und auch die Farbpalette.

00:45:52: Also da mache ich genau diesen Test eigentlich, mich auf verschiedene Farben zu beschränken, die sozusagen so ein Stück von den Grundfarben abgerückt sind.

00:46:03: also aus Blau wird dann Lila, aus Rot wird so eine rosa Mortadella heißt die Farbe tatsächlich Und aus dem Geld will so ein Orange.

00:46:17: Das finde ich ganz cool, auch mit Farbkompositionen umzuexperimentieren.

00:46:22: Aber ganz wichtig ist es hat nichts mit einer Marke zu tun.

00:46:28: Ich benutze einfach was mir in die Finger kommt.

00:46:31: Es geht auch manchmal weit auseinander.

00:46:34: also wie gesagt es gibt Bilder, die gefallen mir selbst von der Farbigkeit nicht wirklich und bei manchen finde ich das gut dass es mir nicht gefällt.

00:46:42: Aber es ist ja meistens eine Mischung aus, ich greife irgendwo hin und probiere mal was aus.

00:46:49: Und einem... Ich sehe da so ein gewisses Spektrum an Farben.

00:46:58: In diesem ganzen Prozess den wir eben durchgesprochen haben gibt es Stellen in denen du immer

00:47:04: mal

00:47:06: ins Stocken kommst oder nicht weiter weißt?

00:47:11: oder auch vielleicht Teile, die dir gar keinen Spaß machen, die aber gemacht werden müssen?

00:47:15: Gibt's so was?

00:47:19: Ja.

00:47:20: Aber wenn mir was keinen Spaß macht dann mache ich es in der Regel nicht.

00:47:27: Also ich gucke dann schon dass die Dinge, die auf der Leinwand passieren das die immer... Wenn man es so will mit Liebe passieren.

00:47:36: also wie Wenn man sagt, wenn man mit Liebe kocht und Spaß daran hat dann wird es einfach ein gutes Gericht.

00:47:43: Dann hat man vielleicht die Idee noch ein paar coole Kräuter dazu zu machen und richtet das schön an.

00:47:50: Wenn man keinen Bock drauf hat, dann wird man das vielleicht nicht machen weil man einfach schnell fertig werden will.

00:47:55: Und mir ist bei meinen Bildern eben sehr wichtig dass ja da nichts so abgeschludert oder abgearbeitet wird sondern das im Grunde alles mit Ja, mit Liebe passiert.

00:48:10: Aber hast du Blockaden?

00:48:11: Gibt es Stellen an denen du stockst manchmal oder hast du sowas gar nicht und ich sehe dich schon mal nicken?

00:48:17: ja wie was tust Du dann?

00:48:19: Wie kommst Du drüber weg?

00:48:20: Was hilft dir?

00:48:23: Also wenn das mit einem Bild zu tun hat, mit einer Arbeit dann stelle ich die Arbeit weg und arbeite an was anderes.

00:48:28: Das hat auch den Vorteil, wenn man an vielen Sachen gleichzeitig malt dass sich... Ich sage immer die Bilder gegenseitig befruchten.

00:48:35: also in dem Moment in dem mich an einer Stelle nicht mehr weiter kommen Stelle ich es weg mache mit einem anderen Bild weiter und komme dort vielleicht auf die Idee die die Lösung für das andere Bild ist.

00:48:46: Und wenn noch das nicht hilft Räum ich auf oder mache Papierkram?

00:48:53: Also als hauptberuflicher, freischaffender Künstler.

00:49:01: Oder Künstlerin auch also egal jeder der in dem Bereich arbeitet hat ja einen Haufen an Papierarbeit und anderen Sachen noch zu machen oder mal das Atelier zu saugen.

00:49:10: mein Atelier ist ja relativ groß da bin ich dann länger beschäftigt Und genau da mache ich solche solche solche Sachen.

00:49:18: Wie schaffst du das alles denn überhaupt?

00:49:21: Du hast eben gerade aufgezählt, die ganze Papierarbeit ist da, Atelier sauber machen.

00:49:25: Dann sind da die Social Media, die du sehr gewissenhaft bedienst Instagram mit Reels.

00:49:30: dann ist natürlich die Kunst selbst Die Zusammenarbeit mit Galerien nach Ausstellungen, die vorbereitet werden müssen.

00:49:40: Ich denke mal, du hast auch nur vierundzwanzig Stunden wie wir alle.

00:49:44: Wie schaffst du das alles?

00:49:45: Hast du inzwischen diverse MitarbeiterInnen?

00:49:47: oder wie bewältigst Du das alles.

00:49:50: Es ist super, dass Du das fragst aus Deiner Position selbst als kunstschaffende Person raus weil das was ich von Leuten manchmal zurückbekomme ist sogar das Gegenteil.

00:50:07: eher so den Eindruck haben, ja man geht mal ein bisschen ins Atelier.

00:50:10: Ich meine da passiert schon viel auf der Leinwand das ist schon Arbeit aber es passt dann halt eben auch und dann schwebt man quasi so heim und dann säuft man drei Flaschen Rotwald im nächsten Tag weiter.

00:50:21: Aber so ist natürlich nicht.

00:50:22: also es ist schon wahnsinnig viel Arbeit Wahnsinnig viele Organisationen auch viele Sachen die mir... von meiner Person her nicht so liegen.

00:50:31: Ich bin jetzt nicht der beste Verhandlungsmensch, ich bin eigentlich so ein Klischee-Künstler wenn man so will.

00:50:37: Also unorganisiert und wir gehen auch immer mal wieder Sachen durch also bis wir den Podcast jetzt machen konnten hat ja auch eine Zeit lang gekauert.

00:50:45: aber genau also ich verzeihe mir das ein oder andere kann aber auch nicht leugnen dass auch mal Dinge kaotisch laufen weil es eben viel ist.

00:50:56: Aber Klischeekünstler sagst du Ich glaube schon, dass du sehr durchorganisiert bist.

00:51:02: Du hast mir gesagt, du möchtest dann und dann im Atelier sein?

00:51:05: Dann kannst du bis da und dann malen!

00:51:07: Ich glaube das gehört schon dazu.

00:51:09: Du lebst nicht in den Tag hinein und denkst dir auch jetzt gehe ich mal ein paar Stunden ins Atelier.

00:51:14: Das stimmt!

00:51:15: Das stimmt es glaub' ich sofort!

00:51:17: Und ganz ehrlich auch dein Erfolg ist... den führe ich auch darauf zurück, dass du sehr fleißig bist.

00:51:27: Sehr organisiert, arbeitest in diversen Dingen das dann da Chaos ist vielleicht auf dem Schreibtisch oder so oder Rechnungen dann irgendwie liegen bleiben?

00:51:34: Das ist normal, das zähle ich nicht dazu aber ich glaube es eine gewisse Superorganisiertheit und großer Fleiß und Engagement für die einzelnen Teile mit dazugehört um soweit zu kommen wie du's bist.

00:51:48: Das stimmt.

00:51:48: also ich würde jetzt auch einfach sagen habe auch einfach Bock.

00:51:53: Also ich hab auf vieles was damit in Verbindung steht, einfach Bock und deswegen ist es natürlich viel aber es vermischt sich halt eben auch mit dem Privatleben.

00:52:04: also mein Hirn steht nie still und selbst wenn ich mit Frau und Hund am See bin arbeitet meinen Kopf und ich mache mir Notizen auf dem Handy oder habe ein kleines Skizzenbuch dabei wo ich was reinkritzeln kann oder mir eine Notiz machen kann, oder nur ein Titel reinschreiben kann.

00:52:25: Also im Grunde genommen arbeite ich immer.

00:52:27: aber das ist auch gar nicht so leicht weil man hat eben also das Privatleben leidet schon ein Stück weiter runter, aber es verbindet sich halt eben auch gut.

00:52:41: Weil meine Frau eben auch in der Kultur arbeitet.

00:52:44: Sie ist einfach ein gutes Korrektiv, wir können uns auch streiten über Kunst und über philosophische Themen.

00:52:50: Das finde ich halt auch einfach gut und wichtig weil mir eben theoretische Themen auch so wichtig sind dass ich mich darüber streiten kann und es ist halt eben einfach wichtig dann einen gegenüber zu haben.

00:53:05: aber um auf die Frage zumindest mal grob zurückzukommen also schon viel Zeit ein.

00:53:13: Und es passiert viel in der Grauzone zwischen Privatleben und Beruf bis ins Privat Leben rein.

00:53:22: Hast du denn inzwischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter?

00:53:28: Also ich habe immer mal wieder Sachen probiert.

00:53:30: Ich hab mal mit jemandem zusammengearbeitet wo sozusagen meine ganzen E-Mails dann gemacht wurden.

00:53:38: aber das ist mir auch gar nicht so leicht gefallen das alles abzugeben.

00:53:41: Ich hatte letztes Jahr eine Agentin, mit der ich zusammengearbeitet habe.

00:53:46: Also ich hab verschiedene Sachen probiert aber das stimmt dann letzten Endes schon.

00:53:52: Ich bin schon nicht so gut darin Dinge abzugeben.

00:53:56: also ich will schon überall mein eigenem Stempel drauf haben.

00:53:59: Ich will schon selbst dass meine Emails ja nach mir klingen Und das bedeutet dann letzten Endes auch mehr Arbeit, aber die Kontrolle gerade alles oder das Wissen.

00:54:18: Die Kontrolle darüber zu haben über Alles was passiert und was rausgeht ist Phasenweise würde ich jetzt mal sagen auch nicht immer.

00:54:26: Aber schon finde ich wichtig Von der.

00:54:30: aktuell habe Ich Kooperation mit Also Leuten, die mit Kunst handeln.

00:54:37: Mit Galerien

00:54:39: etc.,

00:54:39: das was man eben so hat.

00:54:41: Aber Mitarbeiterinnen, die jetzt zum Beispiel in meinem Atelier sind und Leinwände bespannen oder Leute, die mir bei irgendwelchen Sachen helfen habe ich temporär aber nicht durchgehend.

00:54:57: Dann brauche ich wahrscheinlich gar nicht fragen ob du dir vorstellen kannst dass Leute Ja, auf die Leinwand gehen in deinem Namen.

00:55:05: Dass du sagst hier, du kannst Hände gut machen mal da in diesen nächsten zehn Leinwänden immer die Hände fertig?

00:55:12: Wahrscheinlich eher nicht so ne?

00:55:14: Nee gar nicht!

00:55:15: Also es funktioniert auch für meinen künstlerischen Ansatz nicht.

00:55:18: In dem Moment in dem ich ja den Anspruch habe dass alles authentisch ist also das ist ja somit auch eins der aller wichtigsten Dinge muss ich ja alle selber machen was auf der Leinband landet.

00:55:32: Also ist mir auch einfach ist mir auch extrem wichtig.

00:55:36: Das ist ja so ein Ding, was immer wieder diskutiert wird ne?

00:55:39: Ist das geistige Eigentum hinter der Kunst das Wichtigste oder muss der Maestro wirklich seine Hand an der Leinwand gehabt

00:55:47: haben,

00:55:47: wird ja immer wieder discutieren finde ich auch spannend.

00:55:49: Ich könnte es mir auch nicht vorstellen.

00:55:53: Jetzt haben wir ganz viel über den Prozess.

00:55:54: aber was mir gerade noch einfällt... Jetzt haben wir einen Real in den Kopf.

00:56:00: Du brauchst da auch irgendwie keine Hilfe im Atelier, du klatscht ja nur zweimal in die Hände und dann wird er aufgeräumt ne?

00:56:08: Es macht sich von selbst

00:56:11: her.

00:56:11: Das ist ein Real das müsst ihr euch alle angucken!

00:56:14: Da ist das Bild fertig und Dominic setzt sich in den Sessel-Clutch zwei mal an die Hende, isst seinen Salat und alles fängt an sich zu bewegen und das Atelier sieht hinterher fantastisch aus.

00:56:25: Wie wichtig sind dir

00:56:25: denn?!

00:56:26: Instagram und Social Media.

00:56:29: Und diese Reals sind ja auch eine kleine Kunstform für sich, für wie wichtig hältst du das alles?

00:56:37: Ja ich würde sagen letzten Endes tatsächlich sehr wichtig.

00:56:39: ist es einfach im Kanal um mit Menschen in Verbindung zu kommen und Kunst lebt ja davon dass sie mit Menschen kommuniziert.

00:56:48: also Kunst ist die Kommunikation zwischen Künstler und Rezipient über ein Medium.

00:56:54: Und in dem Moment, in dem ich das Medium auf eine Plattform stellen kann, wo du es einfach viele sehen ist diese Plattform auch extrem wichtig.

00:57:03: über die Algorithmen und den ganzen Kramen da kann man jetzt natürlich streiten und da ist auch vieles was einfach schwierig ist.

00:57:09: und auch Instagram ist einfach einen Markt der nach verschiedenen Regeln funktioniert und die Aufmerksamkeitsspanne rund um rund.

00:57:16: also dann muss man sich an dieser Stelle ein Stück weit anpassen.

00:57:20: Früher habe ich Videos gemacht die drei Minuten lang gingen, wo man gesehen hat wie ein Bild von Anfang bis Ende entsteht.

00:57:27: Heute sind es noch zwanzig Sekunden aber dafür geht's eben heute auch viel schneller.

00:57:31: Früher habe ich mit meiner großen Spiegelreflexkamera Aufnahmen gemacht, hab sie nach Hause getragen und dann in meinem Programm zusammen gewurschtelt und dann Stunden gebraucht bis alles gepasst hat.

00:57:44: Heute mache ich das auf dem Handy, währenddich auf meinem Weg bin oder während der Hund auf der Wiese kackt.

00:57:53: Das ist schon krass wie die Technik eben auch so seinen Teil dazu geben kann und dass Internet letzten Endes dann auch ein Vorteil sein kann wenn man nicht jeden Tag sein Mittagessen fotografiert ein Schicke-Mickey-Leben inszeniert, sondern wenn man eben mit Menschen in Verbindung tritt, mit dem was einem persönlich wichtig ist.

00:58:19: Und dann kann man schon Leute finden auch die ja mit denen man auf einer Wellenden

00:58:24: liegt

00:58:25: und sich gegenseitig weiterbrüllen.

00:58:27: Trittst du denn mit den Leuten in Verbindungen?

00:58:30: Schaust du rum und kontaktierst Leute und schreibst hier an und da an oder sendest du hauptsächlich?

00:58:39: Das ist Frage eins.

00:58:40: und damit zusammenhängend, wie viel Zeit nimmt das überhaupt den Anspruch?

00:58:46: Das ist eine gute Frage.

00:58:47: Also ich schreibe auch schon mal Leute an über Social Media aber selten einfach auch weil ich weiß dass es ja ohnehin nicht so gut ankommt.

00:58:57: also mir ist dann schon eher der persönliche Kontakt wichtig, dass man sich kennt lernt und die Chemie stimmt gerade wenn's jetzt um eine Zusammenarbeit geht Weil klar, wenn einem die eigenen Sachen wichtig sind dann will man natürlich auch darauf achten dass man nicht mit jeder x-beliebigen Person zusammenarbeitet.

00:59:22: Also ich sag mal, ich brauche mehr Zeit als ich gerne brauchen würde.

00:59:27: also wie das natürlich immer am Handy ist es noch ein Stück weit eine Inspirationsquelle zu sehen was andere auf den Social Media Kanälen so senden und was die so machen.

00:59:38: Und da sind immer gute Impulse dabei, denen die sich in meiner Sache eben auch umsetzen lassen oder Bausteine, die ich für mich irgendwo rausziehen kann.

00:59:52: Von daher gucke ich da gerne aber dieses Videos schneiden und Posts machen und Nachrichten beantworten, Stories machen der ganze Kram – das schluckt schon ein paar Stunden am Tag!

01:00:08: Das kann ich nicht anders sagen.

01:00:10: Genau, aber ich gucke da auch... Also ich mache viel morgens, also ich lese meine E-Mails sozusagen auch während der Hund auf die Wiese rumspringt und laufe dann zum Atelier und im Atelier frühstück' ich dann und habe dann auch noch mal so bis zur Zeit wo ich dann neben mir noch Sachen lese oder vielleicht auch mal ein Post vorbereit oder Fotos auf dem Handy bearbeit.

01:00:32: Also das läuft dann alles so bis durcheinander und parallel.

01:00:36: Und ja, ich würde auch sagen also so ein paar Stundenfristes am Tag.

01:00:42: Aber du würdest schon jedem empfehlen auf alle Fälle da Instagram und Co nicht zu vernachlässigen?

01:00:50: In dem Zusammenhang würde ich gerne noch mal... Wir haben uns jetzt deinen Arbeitsprozess, deinen Tag so ein bisschen angeschaut.

01:00:59: Ich würde gerne nochmal ein paar Blicke aus deinem Werdegang werfen Wie... wie hat es geklappt, lieber Dominik?

01:01:10: Dass du jetzt in aller Munde bist und überall hängst.

01:01:13: Wann oder gab es den Moment wo du gemerkt hast, boah ey ich spiel jetzt gerade so richtig auf dem Kunstmarkt mit?

01:01:20: Gab's da so eine bestimmte Ausstellung oder ein Gespräch oder irgendwas genauso wie dieses Bild mit der Selbstgeburt?

01:01:30: Gabs sowas auch im Kunstmarkt für dich?

01:01:35: Ja, also es gab eigentlich mehrere Phasen.

01:01:43: Also eigentlich gar keine direkten Momente sondern eher so Phasene.

01:01:46: Ich hatte zum Beispiel im Jahr twohundachzehn eine sehr arbeitsintensive Phase wo ich auch angefangen habe mit Sprühfarben zu arbeiten und das kam auf dem Markt gut an.

01:01:58: Also ich hatte einige Ausstellungen die über die Dauer der Ausstellungen am Ende dann fast ausverkauft waren.

01:02:07: Damals hat auch ARD und SWR haben eine längere Doku über mich gedreht, eine halbe Stunde.

01:02:13: das war auch sehr viel Stress in dieser Zeit also wirklich ein sehr anstrengender Zeit.

01:02:18: aber damals war wirklich sehr viele Nachfrage mein Atelier durchgehend leer Und ich würde jetzt zumindest mal sagen dass es von der Rückmeldung hier die ich bekommen habe die intensivste Zeit in der ich einfach gemerkt habe, dass ich da mich nicht verbiegen muss und die Leute einfach mögen was ich mache beziehungsweise die Leute berührt sind von denen was ich mach.

01:02:44: Und wie ist es so weit gekommen?

01:02:46: Wie hast du's geschafft?

01:02:48: Welche Wege bist du gegangen?

01:02:50: Welches Strippen hast du gezogen damit genau sowas passiert das ausverkauft ist, dass das je ständig leer ist,

01:03:01: Also ich habe auf der einen Seite, ich bin immer so bis zu zweigleisig gefahren.

01:03:04: Ich hab versucht, so gut es geht mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und den Fokus daraufzulegen.

01:03:11: Ich wollte einfach besser werden nicht für den Applaus nach außen sondern in meiner eigenen Haltung zu meiner eigenen Sache aber gleichzeitig auch immer versuch die Sachen irgendwo klug zu positionieren.

01:03:26: Also eben bei Social Media, ich habe immer versucht mit den richtigen Leuten in Verbindung kommen.

01:03:32: Dass sich einfach so ein Netzwerk bildet.

01:03:35: Wobei ich sagen muss dass ich darin auch nicht wirklich gut bin.

01:03:38: aber das hat halt stellenweise einfach gut funktioniert und die Rückmeldung war einfach gut.

01:03:43: Und was ich glaube, was auch einfach wichtig ist oder bei mir immer wichtig wahr ist, dass ich halt nie aufgehört hab.

01:03:51: Ich habe einfach kontinuierlich durchgearbeitet und habe mich locker gelassen Und das hat irgendwann eben dazu geführt, dass ich dann ein relativ großes Netz an Leuten hatte die meine Sachen verkauft haben.

01:04:05: Die meine Sachen gezeigt haben, die meine Sache verbreitet haben.

01:04:10: also es waren ja auch einige Multiplikatoren dabei.

01:04:12: Ich habe Musikvideos gemacht und ich habe eben meine Sache in viele Richtungen geöffnet um mit der Öffentlichkeit in Verbindung zu treten.

01:04:22: Das ist geil, das war auch schon ziemlich lange her.

01:04:27: Das hatte ich mal so ein Kinofilm gemacht und habe einen Kino gemietet und eine Kinofahrführung mit einem halbstündigen Animationsfilm gemacht für den ich zwei Jahre lang gebraucht hab.

01:04:41: Ich bin im Grunde genommen immer die Wege gegangen zum Publikum.

01:04:48: Also ich wollte sozusagen auch in Resonanz treten.

01:04:50: Ich wollte einfach wissen, kommt es an?

01:04:52: Funktioniert das?

01:04:54: sind die Leute berührt und durch diese vielen Berührungspunkte mit dem Publikum könnte man vielleicht sagen hat sich diese Resonance von ganz alleine eingestellt.

01:05:07: Ja aber Wahnsinn.

01:05:08: also das ist ja nicht von alleine sondern du machst ja oder wenn ich höre Du hast tausende verschiedene Facetten ausprobiert Hast eigentlich erst mal die Einstellung, ich probier's mal.

01:05:20: Ich meine es gibt ja ganz viele Gründe eben keinen Kinofilm zu probieren und nicht einen Kino zu mieten Und man könnte ja fürchterlich auf den Bauch fallen Aber du probierst das erstmal.

01:05:32: Ja also wie ich vorhin auch schon erzählt hat, ich hatte einfach Bock.

01:05:36: Also da war es auch einfach so, ich habe einfach gedacht hey geil Pino und die Leute sitzen... Also mich hat diese Situation einerseits so fasziniert dass die leute auf einem Stuhl sitzen, die Klappe halten nach vorne gucken und sozusagen einfach mir zuhören was ich da auf der Leinwand mache.

01:05:53: Und diese Situation hat mich einfach extrem gereizt dieser Aufmerksamkeit zu haben weil wenn du eine Ausstellung hast dann unterhalten sich die Leute Dann ist Musik im Hintergrund, dann trinken die was, dann guck die mal aus dem Fenster, dann unterhalten sie sich über den Job den Sie haben Über alles Mögliche.

01:06:10: Aber in Kino erhalten die Leute einfach die Knappe und hören zu

01:06:15: Aber mit der Gefahr, dass das große Gänen dir vielleicht entgegenschlägt oder Kopfschütteln oder Desinteresse oder bruskiert sein.

01:06:24: Hast du davor gar keine Angst gehabt?

01:06:27: Nö!

01:06:29: Wie kommt es...

01:06:30: Also beziehungsweise ich hatte mich sogar bis darauf gefreut, dass der Film provoziert und dass es vielleicht im Nachgang auch ein paar Diskussionen gibt aber die Resonanz war eigentlich eher Ja, so wie ich mich ein Stück weit auch gewünscht habe.

01:06:47: Viele Leute waren verwirrt und wussten nicht so richtig was sie damit anfangen soll und haben ja eigentlich Tage und Wochen später genau die Rückmeldung gegeben, die ich mir gewünschte dass eben der Film nicht auf der Leinwand geendet ist sondern im Kopf weitergegangen ist über die nächsten Tage und wochen.

01:07:07: Und genau das wollte ich erreichen

01:07:09: Das, was du mit den Bildern jetzt auch gerne erreichen möchtest.

01:07:12: Aber wo kommt dieses Vertrauen her?

01:07:15: Ist das Gott gegeben?

01:07:16: Haben dir die Eltern mitgegeben oder hast du dir das mit der Zeit erarbeitet?

01:07:20: weil es gibt ja so viele Leute, die haben allein schon Angst unter dem eigenen Namen ein Bild auf Instagram zu posten geschweige denn die Bilder in einer Ausstellung zu hängen, das könnte ja alles irgendwie Misserfolg sein.

01:07:34: Und du gehst raus mit dem selbstgemachten Kinofilm und mietest ein Kino dafür?

01:07:39: Wo kommt dieses Selbstvertrauen her?

01:07:41: oder vielleicht ist es Selbstvertrauen oder diese... Ich probier mal auch wenn ich auf den Bauch falle!

01:07:48: Ich würde sagen dass kommt aus dem Idealismus und der Haltung raus.

01:07:53: Ich hatte jetzt gerade vor kurzem so eine politische Diskussion mit jemandem.

01:07:57: da ging's für mich in der Diskussion um Haltung und da ist mir dieser Satz eingefallen, dass man halt eine Haltung nie hat für den Applaus.

01:08:06: Sondern die hat man halt einfach!

01:08:08: Und mir war halt gerade bei sowas wie Kunst was ja nicht nur das Handwerk ist sondern was eben ganz viel von der inneren Einstellung und dem was man selektiert was nach außen gehen darf abhängt finde ich ist die Haltung zu dem was Das Wichtigste und die war eben zu dem Zeitpunkt schon klar.

01:08:30: Und von daher hatte ich, wenn man so will einfach das Vertrauen in meine Arbeit damit rauszugehen.

01:08:37: Wenn da jetzt jemand gesagt hätte, dass ist scheiße, dann wäre es eben so gewesen.

01:08:42: Dann ist auch eine Emotion, die man hervorruft alles besser als langeweile.

01:08:46: Ja ja deswegen habe ich auch das als Bild hervorgerufen was machst du?

01:08:50: Wenn die Leute anfangen zu gähnen?

01:08:52: aber Das zeigt ja dann auch, dass Kritik für dich vermutlich nicht das große Problem ist.

01:09:01: Weil an Kritik kann man sich reiben und diskutieren und vielleicht auch neue Perspektiven bekommen.

01:09:07: Wenn also jetzt eine Ausstellung mal durchfallen sollte irgendwann einmal, dann ist das für dich kein Drama und das Ende von allem sondern wieder etwas mit dem du dich auseinandersetzen kannst.

01:09:18: Also keine Angst vor Kritik?

01:09:21: Ja!

01:09:22: Genau.

01:09:23: Es ist neues Futter für die eigene Arbeit und es ist ja im Grunde ihr auch einfach ein neuer Kontext, in dem man sich dann bewegt.

01:09:32: also ich war eine Zeit lang sehr verhetschelt kann ich sagen weil ich sehr viel positive Rückmeldung zu meinen Sachen bekommen habe und es gab auch Phasen in denen das weniger so war.

01:09:45: oder indem ich dann eben durch die Zeitspanne, in der jetzt mich auf dem Markt bewege und in der Kunst bewegt, dann auch merkt dass es Phasen gibt wo das mehr ist und weniger ist.

01:09:53: Und es beschäftigt einen natürlich manchmal auch immer in der Frage zu Ist man noch auf dieser Welle?

01:09:59: Oder ist man noch bei sich selbst?

01:10:01: Oder ja trifftet man irgendwie ab?

01:10:06: aber unterm Strich ist das ja auch egal.

01:10:08: also es ist sehr einfach eine eine andere Situation, ein anderer Kontext.

01:10:14: Eine andere Zeit und ich denke wenn man diese Grundakzeptanz als Haltung auch annimmt dass die Dinge eben manchmal einfach so sind wie sie sind dann wären Sie nicht immer angenehmer aber sie werden halt erträglicher weil man weiß das es doch alles vorbeigeht dass es immer nur eine Perspektivierung oder ein Kontext ist, in dem Dinge passieren.

01:10:39: Aber Kontexte ändern sich, Perspektiven ändern sich... Es sind immer nur Momentaufnahmen!

01:10:43: Das kann morgen schon wieder ganz anders sein.

01:10:45: Aber das Wichtigste ist eben, dass ich den Faden für mich habe, dass jeder Mensch der halt mit Kunst arbeitet oder sich an Kunst abarbeitet diesen einen Fokus hat nämlich den einzigen, der eben nicht variabel ist und das ist man selber Das ist die einzige Konstante.

01:11:02: Und solange das irgendwie deckungsgleiche ist, die Arbeit mit sich selbst und die Akzeptanz für das was man tut... Ja es ist eigentlich egal kann man überall rausgehen.

01:11:12: Das ist so dein innerer Kompass ne?

01:11:14: Das war ja das Dreht oder spannt den Bogen zum Anfang wo du sagst dass es wichtig ist, dass es dir gut damit geht!

01:11:21: Genau ich bin quasi das erste Publikum, das ich selbst habe und wenn ich sozusagen für mich eine gute Arbeit gemacht hab dann habe ich letzten Endes eigentlich nie Zweifel damit rauszugehen, weil ich einfach weiß wenn da eine negative Rückmeldung kommt.

01:11:38: Dann weiß ich das ja besser.

01:11:43: Du hast davon gesprochen dass du die Netzwerke aufgebaut hast?

01:11:47: Dass du wichtige Player angesprochen hast und so weiter.

01:11:51: Nun lebst du nicht in New York oder London, Paris oder Berlin sondern in Landau und der Pfalz.

01:11:57: Da bist Du auch aufgewachsen!

01:11:58: Wie hast Du das von da aus gemacht?

01:12:01: Ja ich leb in Landauer und der Pfeil im Zeitalter des Internets und als es mit Facebook und Co losging habe ich relativ schnell gemerkt dass also damals war ich ja auch noch im Studium cooles Tool sein kann, um mit Menschen überall auf der Welt in Verbindung zu treten und die eigene Arbeit ja um die Welt zu schicken.

01:12:26: Und das hat damals relativ gut funktioniert oder besser funktioniert noch als die Algorithmen noch so ein bisschen kulturfreundlicher waren.

01:12:36: und ja damals konnte ich mir eben ein ganz gutes Netzwerk rund um die welt aufbauen.

01:12:44: Was hat die Kleinstadt bis heute für dich, was die Großstadt dir nicht bieten können?

01:12:49: Naja eigentlich würde ich jetzt fast sagen haben beide ihren Reiz und sind auch beide gar nicht so weit voneinander entfernt.

01:12:58: Ein großer Punkt der für mich eine Rolle gespielt hat letzten Endes oder immer noch spielt ist ja dass meine Eltern hier leben und die Eltern brauchen immer mal wieder Hilfe und deswegen war es für dass ich nicht unbedingt weggehen will, wenn sich's vermeiden lässt hier aus der Region.

01:13:20: Also ich hab jetzt noch eine halbe Stunde zu meinen Eltern mit dem Auto und die kann ich leider durch den Stress und den Druck dieser Job mit sich bringt auch nicht so oft wahrnehmen aber es ist immerhin ne ganz andere Sache als wenn ich in Berlin oder Wien oder Düsseldorf wohne.

01:13:43: Und für dich, für deine Arbeit macht es auch keinen großen Unterschied jetzt zu diesem Zeitpunkt mehr.

01:13:49: Weil die Galerien kommen ja eher auf dich zu denke ich mal und um die Sachen anzuschauen und auszusuchen du musst das nicht dahin tragen unbedingt

01:13:58: Das stimmt.

01:13:58: wobei momentan ist eine schwierige Phase der ganze Kunstmarkt hängt ja so bisschen schief und alle haben ein bisschen Probleme.

01:14:06: Muss man ja auch nicht drum rumreden, das merken wir alle.

01:14:09: Ich krieg das von allen Kontakten die.

01:14:12: ich habe auch rückgemeldet dass alle den Gürtel bisher enger schnallen müssen, dass es gerade niemand so wirklich leicht hat.

01:14:20: Ja, von daher sind diese Anfragen und diese Situation der hat sich auch nochmal verändert und ist noch mal zurückgegangen.

01:14:28: aber ich finde des letzten Endes eigentlich auch wieder cool weil es mir eben die Zeit gibt im Kontrast zu derzeit, in der ich eigentlich den Ausstellungen so hinterhergemalt habe jetzt mal wieder neue Sachen zu entwickeln und neue Experimente zu machen, neue Motive auszuprobieren.

01:14:49: Ich mache ja momentan auch eine Reihe mit ganz vielen kleinen Arbeiten wie schon erwähnt hatte wo ich einfach Bildkompositionen, andere Bildkommpositionen ausprobiere, andere Farben ausprobier.

01:15:04: auch dazu gekommen, schwarz wieder als

01:15:07: starke

01:15:08: Hintergrundfarbe zu nutzen.

01:15:10: Also die Figuren mehr auf einem schwarzen Feld anzuordnen und zuzerlegen.

01:15:16: Das mag jetzt für viele nach außen gar nicht so nach dem großen Wurf aussehen weil meine Bilder ja eh den Ruf haben dunkel zu sein aber für mich war das letzten Endes ein großer Schritt.

01:15:30: also kleine Veränderungen sind für schon immer große Veränderungen.

01:15:36: Und genau von daher genieße ich die Zeit momentan, auch einfach mal wieder ein bisschen rumzuprobieren.

01:15:43: Ja nach der aktuellen Situation auf dem Markt hätte ich dich auch noch gefragt dass da sind wir jetzt kurz reingerutscht bevor wir jetzt so wirklich auf die Zielgrade einwiegen möchte.

01:15:53: ich habe eine persönliche Frage und zwar als ich deine Sachen das erste Mal gesehen habe habe ich sofort an Hieronymus Bosch gedacht.

01:16:03: Und du lachst, aber ich habe eben dann recherchiert und gelesen Interviews

01:16:09: usw.,

01:16:10: der Name taucht nirgendwo auf?

01:16:12: Ist er spielt eine Rolle trotzdem für dich oder ist das in meinem Kopf nur?

01:16:17: Nee also das sind vielen Köpfen tatsächlich als.

01:16:20: ich werde oft auf Leute wie Hieronymus Bosch angesprochen.

01:16:25: ja weil die Leute da irgendwie ne Verbindung sehen.

01:16:28: Ich muss aber zugeben, ich persönlich habe da keine Verbindung.

01:16:32: Es gibt auch Leute die beispielsweise mich so zum Surrealismus zu ordnen.

01:16:39: Da sehe ich aber auch gar keine Verbindungen.

01:16:41: also ich sehe mich eigentlich eher vielleicht in so einer Art Kugel also Kubismus.

01:16:49: vielleicht weil mir dieses Zerlegen von Figuren sehr wichtig ist.

01:16:53: Aber ja ich nehme schon wahr dass es oft passiert dass man versucht Verbindungen herzustellen und da meine Arbeit eben sich aus vielen Bereichen bedient.

01:17:05: Ich habe früher auch oft versucht so in die Richtung Barock zu gehen, also ich wollte das alles ein bisschen nach Renaissance barocken, nach so einer altmeisterlichen Malerei aber mit so eine Art Zwischenform, also so eine Zwischen-Form zwischen einer alt meisterlichen malerei die vielleicht beschädigt ist und sowas neu.

01:17:27: Ich kann es schwer beschreiben, also danach habe ich so gesucht.

01:17:31: von daher kannst da schon Elemente geben aus dem Barock, aus der Renaissance, aus vergangenen Stilepochen.

01:17:43: aber jetzt die Hieronymus Bosch habe ich aktiv keine Verbindung.

01:17:47: Und hat den jungen Studenten Dominik Schmidt haben den quasi Zeitgenossen auch noch beeinflusst oder beeindruckt.

01:17:57: Oder ich denke zum Beispiel auch daran, dass deine Mutter dich in die Ausstellung mitgenommen hat und du hast gesagt im Anfang wusstest du gar nicht warum du jetzt Bilder von anderen Leuten angucken solltest bis dann plötzlich irgendwie dir da so ein Licht aufging.

01:18:09: vielleicht erinnerst du dich auch noch bei wem.

01:18:11: das war aber eben was ich fragen wollte so jemand wie Jonas Burgert hat deren Einfluss gehabt?

01:18:17: In seiner Düsterheit und der Dominanz der Figuren und sowas auf seinen Bildern.

01:18:23: Also allgemein gesagt kann ich sagen, dass für mich im Studium viel im Kopf aufgegangen ist.

01:18:29: Ich habe mich viel um die Frage halt gedreht was Kunst bedeutet?

01:18:33: Was Kunst auch für mich ist und bin darüber dann mehr noch in... oder hab dadurch eine Nähe gefunden zu Künstlerinnen und Künstlern, die sich aktiv zu ihren Arbeiten äußeren?

01:18:50: als ich damals mir viel von Jonathan Mese angehört, was mich extrem beschäftigt hat auch.

01:18:57: Weil er eben unfassbar viele Gedanken hatte die mich auch lange beschäftigt haben und auch für viele Gedanken auch extrem gute Lösungen hatte, die mich lange beschäftigten.

01:19:13: Kannst

01:19:14: du ein Beispiel nennen?

01:19:16: Ja auf jeden Fall das Kunst letzten Endes eine Art von Metabolismus, von Stoffwechsel ist.

01:19:24: Also das Kunst nicht irgendwie so eine Art Zaubererei ist die zu uns kommt sondern das Kunst etwas Natürliches ist dass man einfach macht.

01:19:34: es gibt Menschen, die arbeiten gerne mit Holz und sind und arbeiten als Schreiner Und Es gibt Menschen die backen gerne und die Backen Brötchen und es gibt eben Menschen die malen Bilder machen eben das.

01:19:50: Und im Grunde haben diese ganzen Menschen mehr gemeinsam als dass sie voneinander trennt, nämlich dass sie mit Liebe eine Sache machen die zu einem Ergebnis führt, dass andere Menschen konsumieren können.

01:20:05: und das fand ich ein wahnsinnig starken Gedanken der halt Kunst letzten Endes auf das runter bricht also dass ich es eben auch verstehe für die man sich gar nicht so aktiv entscheiden muss, sondern die man halt eben macht oder man macht eben was anderes.

01:20:22: Und das fand ich... Das war eine Art... wie so eine Weltformel für mich.

01:20:30: Also nach solchen Sachen habe ich auch immer gesucht nach so... Wieso Gleichungen?

01:20:35: Die letzten Endes alles miteinander vereinen und zu einer Betrachtung von Kunstführenden, wogegen man nichts sagen kann, die einfach passt!

01:20:47: die halt einfach auch eine neue Lösung mit rein gibt.

01:20:50: und deswegen hat mich das aus der Sicht der Kunst extrem interessiert.

01:20:54: Ich habe damals auch Kontakt aufgebaut zu Michael Schmitzalomon, also eine ganz verrückte Situation einer der Ja, wichtigsten zeitgenössischen Philosophen in Deutschland.

01:21:06: Ich fand das ganz toll was der gesagt hat.

01:21:07: er hat ganz viel über den freien Willen gesprochen ursprünglich auch aus der Religionskritik heraus Was mich auch sehr lange beschäftigt hat eben auch die Frage wer sind wir wo gehen wir hin?

01:21:20: also wenn man sich mit Kunst beschäftigt dann hatte ich denn Eindruck kommt man gar nicht drum herum irgendwo auch bei den bei den allergrößten Fragen zu landen.

01:21:29: und ich fand es auch wichtig eben in den großen Themen rumzuwühlen und da halt einfach irgendwie ein Unterbau zu finden für alles, was ich mir überlege.

01:21:38: Also in der Philosophie, in der Biologie beispielsweise war auch Vorträgenbus.

01:21:42: darum ging, was bedeutet Kunst?

01:21:43: Biologisch also es war quasi in der Höhlenmalerei eine Art Ideenspeicher.

01:21:49: erstmal dass Informationen weitergegeben werden konnte Und so mich hat das eben alles interessiert, wo dann quasi diese ganzen Vektoren letzten Endes zusammenlaufen und was für mich dann aus diesem Ganzen durcheinander nochmal die Essenz ausgehalten ist.

01:22:03: Weil ich eben versuche es mir so breit anzugucken lande ich auch immer dabei zu versuchen, dass genauso breit auf meine auf die Leinwand abzugeben.

01:22:14: von daher die Frage jetzt nicht ganz zu vergessen waren es wenige einzelne künstlerische Positionen, die mich dann gelenkt oder beeinflusst haben.

01:22:23: Sondern es waren ganz viele einzelne Vektoren aus vielen unterschiedlichen Richtungen auch beeinflußt durch das Kunstgeschichte-Studium in dem ihr zunehmend auch klar wurde wie sich die Kunst über die Epochen halt auch entwickelt hat aus der Lage in der Renaissance oder vor der Renaissance noch stärker dass Kunst eben eine Auftragssache durch Kirchen war und sich dann eben erst mit oder abdürre, sag ich mal so ungefähr oder ein Stück vorher, ein Stück danach mehr emanzipiert hat.

01:22:56: Und dann zu dem wurde was sie heute frei von allen Dokumen ist nämlich die freie Entfaltung des Ichs der Ausdruck und die Kommunikation über einen Medium in einer Sache oder in einer Form die die Sprache nicht hergeben kann.

01:23:13: Und das fand ich eben wahnsinnig faszinierend, halt Kunst als ganzes erstmal zu kapieren oder zumindest mal so ansatzweise zur Versuchung zu kapiren und daraus meine Schlüsse zu ziehen.

01:23:25: Deswegen war es Kunststudium letzten Endes die Phase in der ich da versucht habe alles aufzusaugen wie ein Schwamm aus allen unterschiedlichen Richtungen.

01:23:35: Super spannend!

01:23:37: Und ich vermute mal, du hast damit noch nicht aufgehört.

01:23:39: Ja, auf jeden Fall!

01:23:40: Heute drehen sich für mich viele Sachen mehr um Politik oder sind politisch eingefärbt dadurch eben dass unsere Zeit einfach ist wie sie ist und wir leben alle in dieser Zeit.

01:23:52: Wir haben alle unsere Emotionen, unsere Meinung, unsere Gedanken unser Wissen auch um verschiedene Dinge und puzzeln da unsere Welt zusammen globale Situation auch wieder in einem ganz anderen Licht und lässt sich eben auch wieder auf Bildern ganz anders und ganz neu definieren, was ich eben aber auch persönlich als eine der wichtigsten Aufgaben der Kunst sehe.

01:24:18: Also gerade hat die Monopolia ein Artikel veröffentlicht das sich die zeitgenössische Kunst nicht traut dieses aufkommende vierte Reich zu thematisieren.

01:24:27: Ich finde es gibt eigentlich nichts Wichtigeres als dass das zumindest irgendwo einfließen zu lassen und irgendwie einen Kommentar dazu zu geben, auch vielleicht in der grundlegenden Bildsprache.

01:24:37: Und ich bin da eigentlich auch ganz happy gewesen weil ich mich um dieses Thema ausgehend von Religion über Verschwörungstheorien schon seit über zehn Jahren immer um das gleiche Thema drehe und habe das Gefühl oder hatte schon vor zehn Jahren das Gefühl dass es ja eigentlich krass ist wie in unserer Zeit trotzdem Internet Wissen und Glauben aufeinanderprallen, dass es heute noch Menschen gibt die ernsthaft glauben das der Erde eine Scheibe ist.

01:25:07: Auch dass es jetzt noch ernsthaft Menschen gibt, die glauben, dass so etwas wie der menschengemachte Klimawandel nicht existiert.

01:25:14: Obwohl eben neunundneinzig oder achtundneintig Prozent der globalen führenden Klimawissenschaftlerinnen zu dem Schluss kommen, da es Fakt ist Und ich finde es extrem krass die Gesellschaft auch über unseren kompletten Planet funktioniert, wenn es um Informationen geht wie zugänglich ist.

01:25:38: Wie man die interpretiert und wie man auf Basis von Bildung verschiedene Sachen beleuchtet und versteht.

01:25:45: Und da entsteht auch wieder so ein extrem komplexes Netz an Dingen, die sich gegenseitig bedingen und die auch emotional eine Rolle spielen das Menschen sich von Wissen entfernen und eher auf die Emotionen gucken.

01:25:59: Und das, finde ich ist so prägend für unsere Zeit.

01:26:02: Dass ich gerade auch im Hinblick auf das Kunststudium und auf das was ich dort über die Vergangenheit gelernt habe der festen Überzeugung bin dass in hundert Jahren genau das in den Geschichtsbüchern stehen wird wie wir das rezipiert haben Wie wir das aber in der Kunst rezipieren haben weil Das zum größten Problem wird.

01:26:22: und zum größtenspaltungsgrund auch dass Wir uns nicht auf eine Wirklichkeit einigen können dass es Menschen gibt die sagen So ist es und andere sagen, so ist es.

01:26:31: Ja das findet man in der Religion, in Verschwörungstheorien, in allen Bereichen.

01:26:36: und ja also mich beschäftigt das tagtäglich.

01:26:40: Ist es nicht ein unglaubliches Geschenk dass Künstlerinnen und Künstlern eine Möglichkeit haben sich damit zu beschäftigen und diesen Gedanken Ausdruck zu verleihen?

01:26:51: Ich hoffe, dass das so bleiben wird, dass wir diese Möglichkeit behalten.

01:26:54: meine ich

01:26:56: Ja, genau.

01:26:56: Also ich hoffe und wünsche mir dass wir Und das ist auch noch mal finde ich ein Riesenpunkt eigentlich Dass wir uns über den über einen echten Freiheitsbegriff in der Gesellschaft einig werden weil die freiheits Begriffe die von rechts und vor links kommen unterscheiden sich massiv.

01:27:13: Die entscheidet die Freiheit von rechts bedeutet im Grunde genommen Ich will alles sagen können.

01:27:19: Ich will meine Privilegien behalten.

01:27:23: Eine rechte Haltung ist mehr auf das einzelne Individuum und die einzelne Gruppe konzentriert.

01:27:30: Die linke Seite also versucht erstmal Randgruppen mit einzuschließen, versucht uns globaler größer und gemeinsamer zu sehen.

01:27:39: Und wenn ich mir auch die Kunstgeschichte angucke welche Bedingungen es braucht dass Menschen sich frei entfalten können das kunstfrei sein kann dann brauchen wir nicht die Freiheit im Sinne von rechtspolitisch denkenden Menschen, sondern wir brauchen die Freiheit ein Stück links von der Mitte.

01:27:59: Auch nicht ganz extrem links!

01:28:01: Das wird auch wieder problematisch.

01:28:03: aber wir brauchen für Kunst die Freiheit einen Stück Links Von der Mitte, die eben sagt Leute, die verrückt sind, die eine andere Sicht auf die Welt haben, sind kein Problem weil sie den Normen nicht entsprechen, sondern sie sind eine Bereicherung, weil Sie die Norm verbessern können.

01:28:19: und Diese Erkenntnis, glaube ich, wird hoffentlich irgendwann mal erreicht.

01:28:25: Vielleicht auch durch Kunst, vielleicht auch durch Philosophie, vielleicht noch durch Wissenschaft.

01:28:31: aber in die Richtung müssen wir alle ziehen und da sehe ich einfach für mich als Künstler auch eine große Aufgabe darin.

01:28:40: Genau!

01:28:40: Auch noch wichtig nicht im Sinne von Boys... Die Kunst quasi der Politik unterzuschieben und die Kunst für politische Zwecke zu benutzen, sondern einfach – das ist auch ganz wichtig weil ich an dieser Stelle schon viele Diskussionen geführt habe.

01:28:57: Die Kunst aus sich heraus als das zu sehen was sie ist.

01:29:01: und wenn man die Kunst an dem bemisst was sie isst dann hat sie klare Eigenschaften wie beispielsweise dass sie Freiheit braucht als grundlegendes Element.

01:29:10: und deswegen sehen wir im Grunde genommen gemessen an der Kunst, an der Philosophie an den Disziplinen, die eine Freiheit im Denken, im Glauben und auch in Wissen brauchen wo wir gesellschaftlich uns orientieren müssen.

01:29:27: Eigentlich hatte ich noch die ein oder andere Frage.

01:29:30: Ich lasse das!

01:29:31: Ich finde dass ist ein tolles Schlusswort und ein ganz großer Appell.

01:29:39: Ich sitze hier mit leichten Gänsehaut Auch aufgrund dessen was ich in den letzten Tagen so gelesen habe was manche so über die Kunst schreiben in ihren Programmen sogar.

01:29:51: Ich lass das einfach mal so stehen und danke dir ganz herzlich für ein wirklich interessantes Gespräch!

01:29:56: Doch eine letzte Frage habe ich noch, gibt es einen Tipp den du dem jungen Dominik Schmidt geben würdest aus deiner jetzigen Perspektive?

01:30:11: Ja, ich denke wenn ich meinem Jüngeren nicht einen Tipp geben könnte dann wäre's wahrscheinlich genau der Zweifel zu akzeptieren, aber nicht so ernst zu nehmen.

01:30:31: Weil der Zweifl hat viele gute Seiten, aber man sollte sich auch nicht zu viel mit ihm beschäftigen.

01:30:40: Man sollte ihn entweder nachgeben oder ignorieren und wenn ich das gemacht hätte dann hätte ich nicht viele bessere oder schlechtere Entscheidungen getroffen Aber ich wäre vielleicht bis es schneller gewesen Wobei ich mir das auch verzeiht, dass ich in manchen Bereichen langsamer bin.

01:30:58: Ich glaube, das muss man.

01:31:02: Super Tipp!

01:31:04: Dominik für alle die dich jetzt und deine Kunst vor allen Dingen live und in Farbe sehen wollen?

01:31:10: Wo haben sie demnächst die Möglichkeit es zu tun?

01:31:13: Genau also... Es gibt im Juni eine Ausstellung in Mannheim, die heißt Atme Science Und das ist ja ein Thema, das mich sehr am Herzen liegt.

01:31:22: von da habe ich da sofort zugesagt freue mich auch extrem drauf und habe dort, ich weiß gar nicht glaube sieben oder acht Bilder die gezeigt werden.

01:31:32: Und Mitte Juni bin ich mit meiner Galerie aus Miami auf der Volta Art Fair in Basel und genau da freue ich mich auch sehr darauf.

01:31:43: also kann man auch sehr gerne hinkommen wenn man mal gucken will.

01:31:48: Ansonsten findet man dich aktiv immer wieder auf Instagram Dominik Schmidt und deine Webseite heißt www.dominik-dominick mit ik schmitt mit tt Und dann punkt die E oder?

01:32:04: Ja, fast Punkt Komm

01:32:06: Dominic minus Schmitt Punkt komm.

01:32:09: Danke Dominik das war super super interessant.

01:32:12: ich danke dir

01:32:13: Ja, sehr gern.

01:32:14: Hat mich auch sehr gefreut.

01:32:16: Mein erster Podcast war gar nicht so schlimm.

01:32:19: Super!

01:32:20: Und dir weiterhin viel Erfolg und viel Freude.

01:32:22: Ich bin gespannt was alles kommen wird.

01:32:24: Ja danke schön, dir auch.

01:32:25: Ciao und ganz vielen lieben Dank dir.

01:32:29: Ich hoffe euch hat dieses Gespräch genauso gut gefallen wie mir und lieber Dominik.

01:32:34: Vielen Dank nochmal.

01:32:35: zum Gespräch an sich und zu dem Verständnis Von Kunst habe ich noch einige Gedanken, die ich mit euch gern teilen möchte.

01:32:42: Aber vorab erstmal eine kurze Nachricht vom Unterstützer dieses Podcasts!

01:32:47: Dieser Podcast wird unterstützt von Manuel Koch und seinem Salon Schinkelplatz Das Kunst auf dem Kunstmarkt als Investment gehandhabt wird.

01:32:56: das ist erst einmal nichts Neues aber wenn man es richtig macht geht es dabei um sehr viel mehr als allein Geld denn die schönste Rendite isst die Freude an der Kunst.

01:33:05: Das sagt Manuel Koch als Kunstsammler, Kunstkenner und Finanzexperte.

01:33:10: Und diese Freude von der spricht ist ja eigentlich dreifach!

01:33:13: Zum einen entsteht sie aus dem Wissen, dass du mit dem Kauf von Kunst Künstlerinnen und Künstlern unterstützt – und ihnen Wertschätzung schenkst.

01:33:21: Für mich persönlich als Künstlerin ist das erstmal mega wichtig, denn die Verkäufe helfen uns ja, die Kunst zu machen, die wir machen möchten.

01:33:29: Punkt zwei, ganz klar!

01:33:31: Du hast die Freude an einem neuen Kunstwerk das deinen Alltag verschönert und bereichert.

01:33:36: Und apropos Bereichern?

01:33:37: Punkt drei – durch das Kaufen von Kunst kannst du durchaus auch mal ein richtig gutes Investment tätigen.

01:33:44: Infos zu Manuels Veranstaltung und Einblicke in seine Sammlung im Salon Schinkelplatz findest du auf der Webseite www.salonschinkelplatz.de und Folge Manuel Koch auch auf seinem Instagram-Kanal Kunst Investments.

01:33:59: Alle Links findest du in den Shownauts.

01:34:03: Nun zu ein paar Gedanken zum Gespräch mit Dominik, mich hat ganz stark die Konsequenz beeindruckt, mit der Dominik seinen Weg begonnen hat und immer noch geht!

01:34:13: Die Bereitschaft Dinge auszuprobieren, Risiken einzugehen, Kritik auszuhalten und immer wieder neu anzufangen und trotzdem auch strategisch zudenken.

01:34:25: Sicherheitsnetz zu spannen durch das Studium, durch mehrere Galerien zum Beispiel finde ich wirklich inspirierend.

01:34:32: Besonders gefreut hat mich bei diesem Gespräch auch sein Verständnis von Kunst.

01:34:37: Gegen Ende wurde das noch mal ganz deutlich die Vorstellung dass Kunst sich nicht nur auf Malerei oder Zeichnung oder so etwas beschränkt sondern einfach eine Haltung ist.

01:34:47: Etwas das man mit Leidenschaft, Beharrlichkeit und Neugierde über viele Jahre verfolgt etwas, das ich in den unterschiedlichsten Medien ausdrücken kann und sei es Brötchenbacken wie ihr sagt.

01:35:00: Das ist auch der Grundgedanke, der hinter dem Atelier Talk Podcast steht!

01:35:03: Mich interessieren eben nicht nur die fertigen Werke sondern die Menschen, die sich ernsthaft und langfristig mit einer Sache auseinandersetzen – Menschen, offen zu halten und nicht nur Antworten zu finden.

01:35:17: Und genau das habe ich in unserem Gespräch empfunden.

01:35:20: Besonders hängen geblieben ist mir der Freiheitsbegriff von Dominik, den er auch kurz nach rechter und linker politischer Gesinnung eingeordnet hat und wie wichtig es ist sich hier zu einigen.

01:35:32: Nicht Freiheit als grenzenlose Beliebigkeit sondern Freiheit als die Möglichkeit den eigenen inneren Kompass ernst zu nehmen, frei genug zu sein den eigenen Gedanken zu folgen, frei genug zu sein um Fehler zu machen und vielleicht auch gegen Erwartungen und Trends oder Marktmechanismen anzuarbeiten.

01:35:52: Und gerade in einer Zeit der sich viele Menschen nach einfachen Antworten sehen in der demokratische Werte unter Druck geraten und autoritäre und ausgrenzende Denkweisen wieder an Einfluss gewinnen erscheint mir diese Form von Freiheit wichtig Super wichtig!

01:36:09: Kunst kann solche Entwicklungen nicht allein aufhalten, aber sie können Räume schaffen für Zweifel und Komplexität.

01:36:18: Für das eigenständige Denken.

01:36:20: Und sie kann Menschen verbinden so dass diese Art von Denken stärker wird und vielleicht ist genau das eine ihrer wichtigsten Aufgaben.

01:36:30: Vielen Dank für deine Offenheit und deine Gedanken und deine Arbeit lieber Dominik und euch Vielen, vielen Dank fürs Zuhören.

01:36:37: Wenn euch der Podcast gefällt, schenkt ihm bitte, schenk mir bitte fünf Sterne bei Apple-Podcasts oder Spotify.

01:36:44: das hilft dem Podcast gefunden zu werden und mich freut es ungemein und unterstützt mich!

01:36:50: Zumindest ideell verdient tu ich dadurch nichts aber ist mir wichtig.

01:36:54: Und folgt dem AtelierTalk.podcast auf Instagram.

01:36:58: ihr habt ja gehört wie wichtig das heutzutage ist.

01:37:01: Danke schön Ich verabschiede mich bis zur nächsten Folge des Atelier Talk Podcasts.

01:37:06: Seid kreativ, drückt euch

01:37:08: aus,

01:37:08: helft das die Kunst frei bleibt und bis bald!

01:37:12: Eure Stefanie Niemann.